Sonntag, 25. Oktober 2009

28.Commerzbank Frankfurt Marathon

Das große Projekt, einmal unter 3 Stunden laufen. In Frankfurt wollte ich es wissen. Flacher, schneller Kurs, nicht zu warm. Tolle Stimmung.



Rekordjagt in Frankfurt. SUB 3 -> heute muß es klappen ! Hammermann du kannst mich mal !

Die Vorbereitung lief etwas holprig. Ständige Probleme mit einem eigeklemmten Nerv und noch vor 3 Wochen nach dem Kühkopflauf wieder mal das Sprunggelenk. Trotzdem das Training mit allen Intervallen und langen Läufen durchgezogen. Die langen Läufe hatte ich sogar mit über 39 und 41km 14 Tage vorm Marathon dummerweise total überzogen. Irgendwie war ich ausgepowert und schlapp. Dennoch fühlte ich mich mental in der Lage den Rekord zu knacken. Das Schnitttempo von 4:15min /km machte mir in den Intervalleinheiten keine größeren Schwierigkeiten. Also los geht’s !
Startunterlagen habe ich mir schon Freitags besorgt (eine tolle Sache, schon am Freitag die Marathon Messe zu öffnen), da der Samstag schon für den Fußball reserviert ist.
Sonntags morgens super aus dem Bett gekommen. Der Umstellung auf die Winterzeit sei Dank. Um 6 Uhr ordentlich gefrühstückt. Ab geht’s nach Frankfurt. Super durchgekommen. Bereits um 8:30 Uhr bin ich im Parkhaus am Rebstock.



Pendelbusse bringen uns zum Start/Ziel Bereich an der Festhalle.



Der Messeturm noch im Nebel

Ich habe noch Zeit und schlendere über die Marathon Messe. Unter ca. 18000 Menschen treffe ich doch tatsächlich auf Gregor.



Plauder Plausch vorm Start: Gregor (der heute eine unglaubliche Zeit von 2:52:38 laufen wird) und Frank



Die nächsten Ziele sind schon gesteckt: für nächstes Jahr gemeldet Wien Marathon 2010 im April

Noch umziehen und weg mit dem Läuferbeutel. Raus zum Start. Und wieder einer unter vielen getroffen. Thomas ebenfalls aus Erfelden. Er will die Sub 4 angehen. Allgemeine Verwirrung mit den Starterblöcken. Wo ist der der Asics Block ? Eigentlich ganz vorne. Aber alles schon voll. Ich sehe den 2:59 Pacemaker. Hier bin ich richtig. Wir kommen leider nicht mehr weiter nach vorne. Naja, da müssen wir halt später etwas schneller laufen, so der Pacemaker. Es wird langsam ernst. Die Bedingungen sind ideal. Ca. 15 Grad, etwas schmieriger Boden, aber sonst top. Aus den Lautsprechern dröhnen die Höllen-Glocken von AC/DC’s „Hells Bells“.
Start!!!

Es geht sehr eng zu. Gerangel, Schubser von hinten, ab und zu rutscht jemand auf dem noch glitschigen Straßenbelag aus. Es ist zum kotzen. Kein durchkommen. Ich versuche mich krampfhaft an den 2:59 Pacemaker zu hängen. Am Ende der Friedrich-Ebert Anlage biegt die Strecke in die Mainzer Landstraße ab. Mir kommt es plötzlich noch enger vor. Der Pacemaker enteilt mir ein wenig. SO wie es aussieht, macht man jemanden mit einem Luftballon eher Platz wie mir. Schon am Anfang so viel Zeit verlieren, ich werde nervös. Es geht ab in die Taunusanlage. KM1 Schild habe ich wohl übersehen in dem ganzen Pulk von Menschen. Jetzt weis ich warum ich solche Massenveranstaltungen eher meide, das macht keinen Spaß, wenn man nicht so kann wie man will. Und da, schon wieder jemand hingeflogen. Links in die Kaiserstraße und gleich wieder links in die neue Mainzer. KM2 kommt, die Uhr zeigt 8:20 ! Also doch gar nicht so langsam unterwegs. 4:10min/km. Schon fast zu schnell für den Anfang. Wieder auf die Mainzer Landstraße. Auf der anderen Gegenseite sieht man die Läufermassen. Jetzt wird einem so richtig bewußt, wie viele Läufer/innen hier unterwegs sind. KM3 stoppe ich in 4:01/km ! Wieder die Friedrich Ebert Anlage hoch. Jetzt gibt es Platz. Das Anfangschaos scheint vorüber zu sein. Rein in die Senkenberganlage. Den Pacemaker 2:59 habe ich wieder eingeholt, und auch ein paar Gesichter vom Start sind wieder bei mir. Wir plaudern gemütlich. Es ist recht entspannt. KM 5 stoppe ich bei 20:43min. Das ist viel zu schnell. Versorgungsstand 1 lasse ich aus, hier herrscht das Chaos, wieder fliegt einer hin. Über die Bockenheimer Landstraße, alte Oper geht es zum ersten mal durch die Innenstadt. Tolle Stimmung. Das macht Spaß. Über den Goetheplatz geht es zur Hauptwache. KM7 wird eine 4:06. Sehr schnelles Tempo, das kann nicht gut gehen. Jetzt kommt die Caritas Spendenmatte. Ach was solls, ist doch für einen guten Zweck. Ich nehme den Umweg in Kauf und laufe durch das Spendentor. 3 Euro für eine gute Sache von Caritas. Der Eschenheimer Turm wird passiert und rein in die Bockenheimer Anlage. Reuterweg hoch. Leichter Anstieg. Der Wendepunkt kommt an der Eschersheimerlandstraße, es geht wieder in Richtung Innenstadt. KM 10 Punkt kommt jetzt. Die Uhr steht bei 41:35. Was für ein Tempo, das wären ja schon über 1 Minute Vorsprung auf die Zielzeit. Erst mal Wasser geschnappt an der Getränkestelle. Es wird warm und die Sonne knallt ins Gesicht. Keine Sonnenbrille dabei, naja wer kann das auch schon vorher wissen. Links ab am Eschenheimer Turm in die Bleichstraße. Ich unterhalte mich mit einer Läuferin welche mich schon seit dem Start begleitet. „und wie sieht es aus, Sub 3 ?“ frage ich. „wird verdammt schwer werden“ kommt die Antwort. Recht hat Sie. Ich merke auch so langsam die ersten Ermüdungserscheinungen. Über die Kurt Schumacher Straße steuern wir auf die Alte Brücke zu. KM 12 stoppe ich mit 4:09/km. Hier ist nun auch eine Staffelwechselzone und aus dem Gewühl heraus höre ich Gabi rufen. Sie läuft heute in der Staffel mit. Danke für die Anfeuerung, da legt man doch gleich mal nach. Mit frischem Schwung geht es über die alte Brücke nach Sachsenhausen. Sofort rechts rein in den Schaumain Kai. KM13 wieder 4:09/km. Das geht nicht mehr lange gut. Jetzt werd ich erst mal so ein Schaumding futtern, welches angeblich innerhalb von 5 Minuten im Kopf neue Energie freisetzen soll. Ob’s klappt ? Keine Ahnung. Hauptsache man kaut auf was rum, und glaubt das es was bringt. Über die Kennedy Allee und Niederräder Straße geht es nach Niederrad. Die Zeiten pendeln sich nun doch auf die 4:15/km ein. KM 15 Zeit stoppe ich bei 1:02:30. Das würde bedeuten, 1:29 Minuten Vorsprung auf die Zielzeit. Allerdings nur wenn ich die 4:15/km halten kann. Und genau das wird der Knackpunkt werden. Ich habe immer mehr zu kämpfen. Durch Niederrad geht es weiter in die Bürostadt. KM16-18 im 4:14er Schnitt gelaufen. An Staffelwechsel 2 feuert mich Andreas an, der zusammen mit Gabi in der Staffel läuft. Super, das hilft ! Überhaupt, ein großes Lob an die Frankfurter Zuschauer. Tolle Stimmung. Ich bin beeindruckt. Es gibt fast keine Streckenteile ohne Zuschauer, ständig kommen Stimmungsnester mit Band oder Drums. Das hätte ich jetzt so nicht erwartet. Toll ! Es geht unter der A5 durch nach Goldstein. Die Beine werden schwerer, KM 19 trotzdem nochmal mit einer 4:09. Zeit bei KM 20 liegt bei 1:23:43. Zeit für Gelpack und Wasser. Gleich ist Halbzeit. Jetzt bin ich gespannt. Der Halbmarathondurchlauf ist bald erreicht. Schwanheim ist erreicht. 21,1 kommt. Meine Zeit 1:28:25. So gut war ich noch nie unterwegs. Heute klappt es. Durch Schwanheim durch in Richtung Schwanheimer Brücke. Jetzt mal sehen, wie die Brücke sich auswirken wird. Die Brücke tut weh, aber ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Allerdings kann ich den Schnitt von 4:15/km nicht mehr ganz halten. Die Zeiten pendeln sich auf 4:17/km ein. Auf der gegenüberliegenden Mainseite geht es in Nied weiter. Es läuft nicht mehr so rund. Ich versuche krampfhaft den Schnitt zu halten. KM25, die Uhr steht bei 1:45:15, der Vorsprung schmilzt ein wenig. Etwa noch 1:20 Minuten Vorsprung auf die Zielzeit. Das wird verdammt hart. Über die Nidda zum Wendepunkt nach Höchst. Ich versuche Tempo zu machen, aber mehr wie ne 4:17 auf KM26 kommt nicht dabei heraus. Es geht wieder rein nach Nied. Staffelwechsel 3 kommt und somit wieder mächtig Stimmung. Leider muß die S-Bahn Unterführung jetzt durchlaufen werden. Das kostet Kraft, KM27,28 in 4:15 und 4:24. Jetzt wird es eng. Es folgt ein trostloses Stück durch die Birmingham Straße in Nied, bevor es auf die gehasste, (da sehr windanfällige) Mainzer Landstraße geht. Mal sehen KM30 drücke ich bei 2:06:41 ab. Na das geht doch noch. Das wären noch 1:15 Minuten auf die Zielzeit. Ich versuche ein paar Mitläufer zu ermutigen die Pace mitzugehen. Aber nach ein paar hundert Metern lassen die Mitstreiter nach. Nein ich gebe nicht auf. Noch 11 KM. So leicht wird es nie mehr die Sub 3 zu knacken. KM31 in 4:17/KM. Macht nichts, das kann ich mir erlauben. Ich muß nur sehen, dass ich nicht über die 4:20/km komme, dann ist alles ok. FFM-Griesheim ist nun auch vorbei, wieder unter der A5 durch. Die 17 Grad machen einem doch sehr zu schaffen. Die Sonne knallt auf den Kopf. Plötzlich werde ich von den 2:59 Pacemakern eingeholt. Verdammt was ist da los. Ich versuche mitzugehen. KM 32 in 4:19. Unter der Bahnlinie durch, links rein in die Hellerhof Siedlung auf die Frankenallee. Ich kann das Tempo der Pacemaker nicht halten. KM 33 in 4:20 und KM 34 unter größter Anstrengung in 4:16. Die Kräfte schwinden. Doch zu schnell angegangen ? ach, ich kann es sowieso nicht mehr ändern. Noch 8km, zusammenreißen. Jetzt kommt doch wieder Stimmung in der Stadt. Aber vorher geht es noch an der trostlosen Großbaustelle hinter der Festhalle entlang. Zermürbend und die Sonne knallt. Jetzt kommt zum Glück die Stimmung wieder. Mainzer Landstraße. KM 35 4:21/km und Gesamtzeit 2:28:11. Das bedeutet etwas mehr als 1 Minute Vorsprung auf die Zielzeit, aber nur bei einem Schnitt vor 4:15/km, den ich schon lange nicht mehr halten kann. Auf noch 7km. Die Beine werden schwerer und schwerer. Die Füße schmerzen, der Puls ist auf 170 (93%). Nochmal rein in die Taunusanlage, leider wieder weniger Zuschauer, gerade jetzt wäre das so wichtig. Ich kann nicht mehr. Los weiter, denk an den Zieleinlauf, denk an die Sub 3, denk an das brutale Training, denk an all die harten Intervalle oder langen Läufe. Jetzt nicht aufgeben. Geht noch ! geht noch ! geht noch ! KM 36 in 4:22. Abzweig Taunustor, da kommt mir Gregor schon entgegen ! Bin ich so langsam, oder ist er so schnell unterwegs ? Das gibt es doch gar nicht. Neue Mainzer rauf. KM 37 in 4:24min/km. Opernplatz, rein in die Fußgängerzone, hier ist nochmal super Stimmung, danke Frankfurt. Kämpfen noch 5km. Ich laufe am Taunustor runter, die entgegenkommenden Läufer lenken ein wenig ab, aber jetzt wird es wieder einsam. Taunusstraße, recht ab in die Weserstraße. KM38 in 4:29 genommen. So wird das nicht reichen. Ich baue immer mehr ab. Der Vorsprung ist inzwischen auf 37 Sekunden geschrumpft. Was soll ich machen ? Wenn ich in diesem Schnitt weiterlaufe, dann reicht es nicht. Was für ein Drama. Los jetzt ! Rein in die Kaiserstraße, über die neue Mainzer zum Roßmarkt. KM 39 in 4:25 Gesamtzeit 2:45:53. Nur noch 26 Sekunden Vorsprung auf die Zielzeit. Ich glaube das wird heute nichts. Vorbei am Spendentor. Ja wenn ich am Ende durch den Umweg am Spendentor die entscheidenden Sekunden verloren habe würde ich ausflippen. Ich kann nicht mehr. Das darf doch alles nicht wahr sein. Alles gegeben und jetzt stehe ich vor dem Scherbenhaufen. Ich wüßte auch nicht, wie ich nochmal auf ne 4:15/km kommen soll. Die Batterien sind längst leer. Am Ende mit ner 3:00:30 im Ziel ? Vorbei am Eschenheimer Turm, die Hochstraße runter. KM40 in 4:31 Gesamtzeit 2:50:23. Leute das war‘s würde ich mal sagen. Nur noch 14 Sekunden Vorsprung auf die Zielzeit bei 4:15’er Schnitt. Ich müßte also minimum Schnitt 4:21 laufen. Und das in diesem Zustand ! Ja tick ich denn noch richtig. Los jetzt, alles geben, und wenn ich hier auf der Straße umfalle. Ich werde das schaffen, Nochmal Getränk genommen, Rest über den Kopf. Kämpfen. Noch 2 KM das ist zu packen ! Die Mainzer Landstraße runter. Jetzt ist alles scheiß egal. Ich überhole sogar einige Läufer/innen. Jetzt muß alles ausgeblendet werden. Das werden die schlimmsten 2 KM in meiner Läufergeschichte. Zähne zusammenbeißen. Im Kopf zähle ich vor mich hin, denke an den Zieleinlauf, das Finisher Bier. KM 41 kommt ich schaue auf die Uhr, 4:12min/km, das ist der Wahnsinn ! Los, jetzt nicht locker lassen. Ich werde es schaffen. Abzweig in die Friedrich Ebert Anlage. Ich sehe den Messeturm. Das ist ja noch eine Ewigkeit, und erst hinter dem Turm ist die Festhalle. Weiter durchziehen. Läufer um Läufer überhole ich noch. Ja wollen die denn nicht die Sub 3 laufen ? Ach, das kann mir doch egal sein. Das ist doch jetzt nur noch ein kurzes Stück. Ich sehen den Hammermann. Nein, du schlägst mich heute nicht ! Hartes Training zahlt sich aus, und heute bekomme ich den Lohn dafür. KM 42 und der Abzweig kommt. Die Uhr zeigt 2:58:53. Das wird reichen.



Das lasse ich mir nicht mehr nehmen. Jetzt kommen die schönsten 200 Meter vom Frankfurt Marathon

Der Triumpf ist zum greifen nah ! Rein in die Festhalle. Lärm von allen Seiten. Aber dafür habe ich keinen Blick. Erst muß ich über die Ziellinie. Der Bogen kommt immer näher. Ich laufe durch, was für ein Triumpf 2:59:40 die offizielle Zielzeit.



Zieleinlauf in der Festhalle

Meine Güte was für eine Nummer. Aber ich habe es geschafft ! Ich bin fertig, aber überglücklich. Endlich die Sub 3 ist gepackt. Jetzt wird gefeiert. Ich treffe auf Gregor im Zielauslauf, Er ist eine sagenhafte neue PB gelaufen. Na dann prost. Lauter glückliche Gesichter. Ist das geil !
Jetzt noch duschen und dann ab nach Hause zum feiern.



Umziehen zum Massenduchen, ein Glück war ich relativ schnell im Ziel und mußte nicht lange anstehen

Ein unglaubliches Erlebnis, einmal unter 3 Stunden laufen. Den Frankfurt Marathon kann man nur empfehlen. Lediglich vom Einlauf in der Halle hatte ich mehr erwartet. Aber trotzdem top organisiert. Jetzt wird 2 Tage lang gefeiert.

Sonntag, 4. Oktober 2009

6.Kühkopflauf

Endlich, hat es mal geklappt. Der Kühkopflauf in meinem Heimatort steht auf dem Programm, und ich bin nicht verletzt. Dabei sah es nach dem Darmstadt Marathon gar nicht so gut aus. Ein eingeklemmter Nerv machte mir zu schaffen. Aber mit täglichen Dehnungsübungen und Gymnastikprogramm konnte ich das Problem rechtzeitig in den Griff bekommen. Das Training hatte etwas darunter gelitten, aber die wichtigen Einheiten wurden im Plan absolvieren. Diesmal wollte ich es wissen. Alles geben beim Kühkopflauf. Laufen bis zum umfallen. Einmal wollte ich doch als echter "Erweller" ganz vorne dabei sein, bei diesem inoffiziellen Lauf, auf dem schönen Naturschutzgebiet Kühkopf. Ich kenne hier jeden Ast und Stein. Das ist mein Trainingsgebiet. Das sollte mir doch einen entscheidenden Vorteil verschaffen.
Kurz nach 10 Uhr begebe ich mich auf den Weg zur TV Halle. Hier ist der Start/Ziel Bereich. Alles ist schon aufgebaut. Eine längere Schlange bei der Anmeldung. Sehr familiäre Atmosphäre. Man kennt sich zum größten Teil persönlich.
Ich treffe auf Michael,Gabi,Harald,viele Bekannte aus dem Ort und natürlich Ole, der den Kühkopflauf organisiert.



Die TV-Halle Start und Ziel vom Kühkopflauf



zwei Strecken werden angeboten : Halbmarathon und 9,1km. Für die nicht Ortskundigen ist es ratsam sich die Strecke einzuprägen



Nur mit der Ruhe, Dank vieler Nachmelder wird einfach ein paar Minuten später gestartet



Verpflegung nach dem Lauf, leckere Corny Riegel und viel Süßkram ist auch mit dabei



meine Startnummer, das spart Papier und reicht völlig



Gut gelaunt vorm Start : Frank,Michael,Gabi und Harald

Bei Temperaturen knapp über 12° und Windböen fällt die Kleiderwahl mal wieder sehr schwer. Ich entschließe mich dann doch für kurze Sachen.

Nochmal warmlaufen und dann hoch auf den Damm zu Start. Die Halbmarathonläufer starten nach rechts Richtung Yachthafen auf eine kurze Wendestrecke von nicht ganz 3km, die 9,1 Läufer/innen links gleich zur Brücke.

Los geht es. Um Überholmanöver zu vermeiden, begebe ich mich gleich nach vorne. Ich will versuchen einen Schnitt von 4:10/4:09 pro km zu halten. Sehr schnell bin ich gleich ganz vorne auf Position 3. Nur zwei Läufer, die sich gegenseitig Windschatten geben sind noch vor mir. Ich komme an die beiden nicht ran. Ein schnelles Anfangstempo. Cool bleiben, und nicht beeindrucken lassen. Ich versuche erst mal den beiden auf den Fersen zu bleiben. Es geht auf dem Damm am Sportplatz vorbei. Nun KM1. 4:05 zeigt die Uhr. Sehr schnell für den Anfang. Was haben die beiden wirklich drauf ? Das sieht alles sehr professionel aus. Schön abwechseln mit dem Windschatten. Ich fürchte fast, die ziehen das bis zum Ende durch. Ich kann nur versuchen mein Ding durchzuziehen. Die Wendemarke am Yachthafen kommt. Nun kann man kurz die entgegenkommenden Läufer/innen sehen. Zurück wieder zur TV Halle. Ich komme langsam etwas näher ran an da Führungsduo. An der TV-Halle bin ich bereits im Windschatten. Jetzt nicht abreißen lassen, dran bleiben. Weiter auf dem Damm KM2 4:10 und KM3 sogar 4:02. Jetzt rüber zum Kühkopf. Brücke hoch und gleich mal Platz verschaffen. Die Fußgänger sind auch schon unterwegs. Brücke runter, Geschwindigkeit aufnehmen.



Die Brücke auf den Kühkopf

Weiter geht es auf meiner Trainingsstrecke. Ich bleibe dicht hinter den Führenden. Die Zeiten 4:08/KM4 und 4:13/KM5. Der Abstand wird größer. Die ersten Walker von der 9,1km Runde müssen jetzt überholt werden. Es geht nun runter vom Damm. Ein paar Kurven müssen zeitsparend genommen werden. Das Tempo ist jetzt nicht mehr so hoch, ich versuche mich ein wenig zu erholen. Der Abzweig von 9,1 und HM kommt. KM6 ist ne 4:39 ! Jetzt die beiden Führenden blos nicht aus den Augen verlieren. Ich versuche wieder ran zu kommen. Und tatsächlich kurz bevor es wieder auf den Damm geht, bin ich wieder im Windschatten. Das Tempo bleibt trotzdem bei einer Pace von 4:30. Ich bleibe dicht im Schatten der Führenden. Die Beiden machen eine vorbildliche Führungsabwechslung. Ich nutze das langsamere Tempo zur Erholung. Was soll ich tun ? Ich bin schon gleich auf mit dem Einen. Warten die nur darauf, dass ich die Führungsarbeit leisten soll ? Der Dammbruch kommt. Es geht kurz runter und da gehe ich an den Beiden vorbei. Mal sehen was passiert. KM7 wird ne 4:34 ! Das müßte doch jetzt die Chance sein den Abstand gleich mal zu vergrößern.



Die Gelegenheit die Führung zu übernehmen, der Dammbruch

Ich werde schneller. Mal sehen, die Jungs sind mir weiterhin auf den Fersen, aber es zeichnet sich ab, dass einer von beiden langsamer wird. Weiter Dampf machen. Jetzt keine Schwäche zeigen. Es läuft und der Abstand wird leicht größer. Na also, wenn ich das so durchziehen kann, dann ist heute alles drin. KM8 drücke ich bei 3:45/km ab. Wahnsinn ! Jetzt nicht ausflippen, es ist noch ein langer Weg. Der Neurhein kommt näher. Am Fähranlegestand sind die ersten 10km absolviert. KM9 in 4:02/km. Das kann ich nicht durchhalten. Ich muß bremsen. es geht wieder runter vom Damm auf einen sehr schmalen Weg. Es bietet sich die Gelegenheit nach den Verfolgern zu schauen. Nur noch einer der Beiden ist zu sehen, aber da, plötzlich hat sich ein ganz anderer Läufer dazu gesellt. So ein Mist, das werde ich nicht verteidigen können. Der wird gleich an mir vorbei laufen. Vorbei an Fähranleger jetzt KM10 Zeit : 41:53 ! Viel schneller wird es wohl kaum gehen auf diesem Boden.



Der Neurhein ist erreicht.

Der Wind pfeifft jetzt empfindlich von der Rheinseite. Ein Blick nach hinten zeigt mir, dass der Läufer immer näher kommt. Aber mehr ist bei mir nicht drin. Ich mobilisiere alles. Aber jetzt nicht verrückt spielen, am Ende werde ich durch solche hirnrissigen "Zwischenspurts" noch von den anderen Beiden wieder eingeholt. Die erste Verplegungsstation kommt endlich. Ein Becher Wasser rein und weiter am Rhein bei Seitenwind. Der Abstand bleibt aber scheinbar konstant. Ich schätze mal 10 Sekunden, so wie ich die Stimmen am Verpflegungsstand hören kann. Nicht mehr umdrehen jetzt. Wartet der nur ab, oder was ist da los ? Warum läuft er nicht dichter auf, um im Windschatten Kraft zu sparen. Ich muß weiter mein Ding durchziehen. Der Abzweig zurück nach Erfelden ist erreicht und ich bin immer noch vorne. Über einen eher ungemütlichen Weg geht es weiter. Enge Spurrinnen machen keinen Spaß bei hohem Tempo. Bis KM 13 halte ich einen Schnitt von 4:13/km. Eine Doppelkurve erlaubt mal wieder einen Blick auf die Verfolger. Verdammt, die sind super nah dran. Auch einer der beiden ehemals Führenden ist wieder mit dabei. Jetzt habe ich es soweit geschafft, da lasse ich mich doch nicht überholen. Nochmal eine Schippe drauflegen. Das wäre ein Jammer, hier auf meiner Trainingsstrecke, die ganze Ehre als "Erweller" steht hier auf dem Spiel. Ich muß jetzt den Abstand vergrößern und den Beiden zeigen, dass ich noch Reserven habe. KM 14 und 15 wieder in 4:08. So wie ich erkennen kann, ist nur noch ein Läufer hinter mir. Da haben sich die beiden Führenden vom Anfang wohl doch überpaced. Was hat der Andere aber noch auf der Pfanne. Kann ich nochmal zulegen. der nächste Getränkestand kommt. Wasser rein und weiter mit allem was möglich ist. KM16 in 4:05/km. Noch 5km, das werde ich doch irgendwie schaffen. Den Stimmen nach vom Getränkestand zu urteilen, ist der Abstand weiterhin knapp. Ich drehe mich jetzt nicht mehr um. KM17 4:06/km das passt. Mehr geht wohl jetzt nicht mehr. Gleich knickt der Damm nach links ab. Das ist die Gelegenheit um aus dem Blickfeld der Verfolger zu verschwinden. KM18 in 4:08. Vorbei an der Stockstädter Brücke, den leichten Anstieg nach oben. Ich riskiere einen Blick nach hinten. Keiner mehr da !!! Die habe ich wahrscheinlich abgeschüttelt ! Auf noch die 3 km in einer vernünftigen Zeit, dann wird es reichen. Abzweig nach rechts auf den Lehrpfad zur Erfelder Brücke. Nochmal kurz etwas Geschwindigkeit raus. Ich bin platt. Vorbei an der Schutzhütte. KM19 in 4:12/km. Jetzt gilt es. Ich muß schon die ersten Walker vom 9,1km Lauf überholen, aber kein Problem. Alle machen prima Platz. Jetzt ist mir alles egal, nur noch Volldampf. Das nimmt mir keiner mehr. Ich bin schon am Ende vom Lehrpfad. Auf geht es zur Brücke, KM 20 in 4:03. Die Brücke kommt. Lautstark mache ich mich bemerkbar. Soviele Sonntagsspaziergänger auf der Brücke. Runter geht es. Die paar Treppen nicht gerade gelenkschonend genommen.



Die letzten Meter auf dem Damm oder unten auf der Straße

Es ist nicht mehr weit, ich nehme nochmal an Geschwindigkeit auf. Die Strecke ist wohl doch nicht 21,1km, aber das ist mir jetzt egal. Ich bin auf der Zielgeraden. Ich sehe die Halle, und Niemand ist hinter mir. Die Halle kommt. Jaaaa !!!! Das wars !!!! Ich habe den Kühkopflauf gewonnen. Wie geil !! Meine Handgestoppte Zeit 1:25:26. Das ist über 2 Minuten schneller als der Streckenrekord aus dem letzten Jahr. So hatte ich mir das vorgestellt, aber nicht erwartet.
Gleich mal ein paar trockene Sachen anziehen und jetzt geht es zu den Corny Riegeln !
Gabi ist auch schon da. Mit einer sensationellen Zeit um die 1:31 gewinnt Sie locker die Frauenwertung !
Erstmal den verdienten Kuchen für mich, und für die nicht Vegetarier eine warme Suppe mit Würstchen.



Selbstgemachter Kuchen, wer kann da schon wiederstehen ?



Gemütliche Runde nach dem erfolgreichen Lauf

Spaß hat es gemacht. Die Trainingsmühen haben sich gelohnt. Nächstes Jahr geht es wieder zum Kühkopflauf.

Sonntag, 6. September 2009

2.Darmstadt-Marathon


Ja spinnt der jetzt komplett ? 2 Marathons in einer Woche laufen. Warum den nicht ? Training läuft gut. Der Koberstädter Waldmarathon scheint gut überstanden zu sein.

Die Woche vor dem Darmstadt Marathon
- So Koberstädter Waldmarathon gelaufen
- Mo wie üblich 1 Stunde Gymnastik
- Di Laufen 13,3km @ 5:16/km - etwas schlapp aber es geht
- Mi Laufen 16,7km @ 5:03/km - viel zu schnell und zu lange, aber ging doch
- Do trainigsfrei, Abends leichte Probleme beim gehen, in der Pobacke zieht es !
- Fr Schmerzen werden immer schlimmer, kann mich kaum mehr bewegen, gehe zum Notdienst. Diagnose : Nerv im Ilioskralgelenk eingeklemmt. Spritze bekommen. Es geht langsam besser
- Sa immer noch leichte Schmerzen beim gehen, wie wird das blos morgen beim Marathon werden. Mittags Startunterlagen abgeholt. Gegen Abend nehmen die Schmerzen weiterhin zu. Ich versuche verzeifelt mit Wärme die Schmerzen zu lindern. Sollten all diese Besserwisser am Ende Recht behalten ? Niemals !
- So morgen. Immer noch Probleme. Nochmal die gute Diclofernac drauf geschmiert kurz einwirken lassen und dann noch ein Kinesio Tape mit Zug über den Schmerzpunkt geklebt. So muß es jetzt klappen. Einfach mal schauen wie es läuft und dann entscheiden ob ich weiterlaufe oder nicht.



Übersichtliche Startnummernausgabe, alles bestens organisiert



Die Marathonmesse läd zum shoppen ein



Ich treffe auf Sabine Hauser vom Luxembourg Marathon Orga Team



Gregor und Robert beim Carboloading

kurz vor 9 Uhr, ich versuche mich krampfhaft auf dem Gelände der Öttinger Villa warmzulaufen. Schmerzen plagen mich im Bereich des ISG. Gerade aus laufen geht noch, Kurven sind die Qual. Aber nach ein paar Metern wird es etwas angenehmer. Was für ein Vorhaben. Ich hoffe wirklich darauf, dass der Schmerz irgendwann ausgeblendet werden kann. Ich begebe mich in den Starterblock. Ein paar Läufer erkennen mich und fragen : "sag mal, bis du nicht letzte Woche erst Koberstadt gelaufen ?" Ein wenig stolz sage ich "ja". "aber ist das nicht ein bisschen viel ?" Sicher ist es ein wenig zu viel, aber es sind doch gerade die verrückten Aktionen, an die man sich immer wieder gerne zurück erinnert. Als ich noch von meinem eingeklemmten Nerv erzähle, versucht mich mein Gesprächspartner vom "nicht starten" zu überzeugen, oder wenigstens nur den "halben" zu laufen. "Schaun mer mal, wie es läuft" ist meine Antwort.
9 Uhr es geht los. Ich versuche gleich zu Anfang etwas an Geschwindigkeit rauszunehmen. Das Ziel muß heute primär lauten : durchkommen. Nach den ersten Metern biegt die Strecke von der Kranichsteinerstaße in den schwarzen Weg ab. Ich werde öfters überholt, aber das ist heute nicht so wichtig. Außerdem muß man ja auch bedenken, dass noch wesentlich mehr Halbmarthonläufer mit den Marathonläufern gestartet sind. So jetzt mal sehen, KM1 kommt. 4:40min/km. Na, so hab ich mir das in etwa vorgestellt. Gut so. Inzwischen sind wir auf der Dieburger Straße in Richtung Oberwaldhaus. Ich merke die Schritte in der Hüfte, aber es läßt sich irgendwie ertragen. KM2 wieder 4:39/km. Noch 40km und nicht schmerzfrei, das wird einer meiner schwierigsten Läufe, wahrscheinlich der schmerzhafteste. Es sind kaum Zuschauer an der Strecke. Kein Wunder, bei den Uhrzeiten. Aber besser früh und mit angenehmen Temperaturen laufen. Die Strecke biegt jetzt am Oberwaldhaus nach links ab in den Wald. Leichtes Gefälle. Der Waldweg macht sich gleich in der Hüfte bemerkbar. KM3 dank Gefälle 4:19/km und KM4 komplett auf Waldboden in 4:26/km. Na so kann es weiterlaufen. Die Muskulatur wird warm, der Schmerz wird nicht mehr so stark wahrgenommen. So könnte ich doch da heute durchkommen. Es läuft besser als erwartet. Es geht vorbei am Backhausteich in der Nähe des Jagdschlosses Kranichstein. Nochmal scharfer Abzweig nach rechts. Der erste Vorsorgungspunkt kann getrost ausgelassen werden, es ist noch immer angenehm kühl. Wieder Abzweig nach rechts. Nun geht es nur gerade aus, lediglich die Dieburger Straße muß überquert werden. KM5 Marker passiere ich bei 22:34min. Jetzt kommt der erste ernst zu nehmende Anstieg. Natürlich noch kein Problem, aber in Runde 2 wird es interessant. Ewig zieht sich die Strecke, bis endlich der Abzweig in Richtung Aschaffenburger Straße kommt. Der zweispurige Waldweg ist nicht sehr komfortabel zu laufen, zum Glück haben sich die Hüftschmerzen fast komplett ausgeblendet. Ich werde immer zuversichtlicher und fange an mit anderen Läufern ins Gespräch zu kommen um mich abzulenken. Jetzt geht es auf die abschüssige Aschaffenburger Straße, noch in guter Erinnerung an den 1.Darmstadt Marathon. Hier kann man es schön laufen lassen. Jedoch empfinde ich das heute als nicht so angenehm. Jeder Schritt im Gefälle schmerzt wieder leicht. Also nehme ich nicht so viel Fahrt auf. KM10 kommt, die Uhr steht auf 45:25min. Das ist ein Schnitt von knapp über 4:31/km. Ich bin zufrieden. Weiter geht es in Richtung Ostbahnhof, eine Wechselstelle für die Staffel kommt. Wieder mal gute Stimmung. Nun kommt wieder ein unangenehmer Teil der Strecke. Das bereits aus dem Vorjahr gehasste Oberfeld steht auf dem Plan. Aber heute pfeift kein Wind. Angenehm, lediglich ne leichte Steigung. Ist doch alles halb so wild. Die Halbmarathonläufer sind trotzdem schon sichtlich geschafft. Ich versuche die Halbmarathonies aufzuheitern "los, ihr habt es doch gleich geschafft, nur noch 8km, das ist doch ein Klacks". Aber die 8km scheint den meisten von Ihnen doch ein größeres Problem darzustellen und ich kann einige von Ihnen sogar überholen. Es geht wieder in den Wald hinein. Abschüssig in Richtung Oberwaldhaus. Hier kommt jetzt wieder eine Versorgungsstelle und gute Stimmung. Die Zeiten lagen unter 4:30/km. Bei KM15 steht ne 1:07:15 auf der Uhr. Ich rechne mir schon mal ne Endzeit unter 3:20 aus. Aber jetzt kommt die Dieburgerstraße in Stadtrichtung. Anstieg und Wind kommt. Meine Euphorie erhält die ersten Dämpfer, den nun macht sich zu allem anderen Übel natürlich auch der Koberstädter Waldmarathon in den Beinen bemerkbar. Ich bin froh, als ich endlich den Scheitelpunkt des Anstieges erreicht habe. Nun bin ich mal gespannt was der Abschnitt in Darmstadt zu bieten hat. Zu erst mal wird man von einem Kirchenchor empfangen. Jeder bekommt hier ein kleines "Durchhalteständchen" gesungen. Erst bin ich verdutzt, aber dann freue ich mich darüber. Toll ! Die Dieburger Straße zieht sich bis es in die Wolfkehlstraße nach links ab geht. Kurzer Anstieg und wieder ne Versorgungsstelle. Sehr gut gewählte Punkte. Überhaupt gibt es an der Organisation im Gegensatz zum letzten Jahr nichts zu meckern. Über Seitersweg/Alexandraweg geht es rauf zur Mathildenhöhe. Dies ist auch der Sightseeing Highlight für die nicht aus der Darmstädter Region kommenden Läufer/innen. Kurzer Blick auf die Russische Kapelle und den Fünf Finger Turm. Das wars auch.



Die Mathildenhöhe, Russische Kapelle mit Hochzeitsturm - Bild von Mstrydom (Danke)

Jetzt geht es brutal nach unten auf einem unangenehmen Belag. Ich merke wieder jeden Schritt. Was wird das werden in der nächsten Runde. Nicht drüber nachdenken, weiterlaufen. Halbmarathonausstieg kommt nicht in die Tüte ! Kurz vorm Cityring gibt es auch für mich etwas Neues zu sehen. Das Darmstadium erblicke ich zum ersten mal im fertigen Zustand.



Das Darmstadtium mit der integrierter Stadtmauer - Bild von Kadellar (Danke)

Kurz vorm Museum geht es in den Herrngarten. hier spielt eine Band und auch ein paar Zuschauer machen gute Stimmung. Zeit für den Gelpack. Raus aus dem Herrngarten durch das Martinsviertel, kurzer Umweg auf die Kranichsteiner Straße und es geht zum ersten Mal auf den Start/Zielbereich zu. KM20 stoppe ich bei 1:30:25 Röhnring überquert, da steht Harald mit der Ratsche und feuert an. Super ! Nun trennt sich der Großteil der Läuferschar vom Rest des Feldes. Abzweig für die Halbmarathonläufer/in. Ja, die haben es geschafft ! Ich muß nochmal ne Runde und eigentlich bin ich schon total am Ende. Am Kontrollpunkt wird mir zugerufen, Platz 24 ! Ja, toll aber trotzdem noch über 21 km zu laufen. Die ganzen Beine, alles tut inzwischen weh. Habe ich mir doch zuviel zugemutet, hätte ich aussteigen sollen. Es gesellt sich ein Läufer zu mir. Wir kommen ins Gespräch, ach das ist wieder schön, mal etwas abgelenkt zu sein. Ich versuche Schritt zu halten, den irgendwie sind die Straßen wie leergefegt. Aber auf der Kranichsteiner Straße muß ich die Unterhaltung abbrechen, ich kann nicht mehr mithalten. Na dann viel Glück. Aber jetzt kommen mir die vielen anderen Läufer entgegen, und man motiviert sich gegenseitig. Wieder rein in den Wald, total einsam laufe ich mit verbissenem Gesichtsausdruck. Eine gute Wahl, die Sonnenbrille diesmal mit ins Rennen zu nehmen, so sieht man mir alles nicht so an. KM25 in der Nähe des Jagdschlosses Kranichstein erreiche ich bei 1:53:18. Noch 17km, es wird zur Qual und zum Kampf mit den Schmerzen. Nun auch noch die lange Gerade mit den Steigungen. Für KM27 brauche ich 5:10/km. Wars das jetzt, 15km vorm Ziel ? Auf, weiter irgendwie wird es gehen. wenn ich nur schon auf der Aschaffenburger Straße wäre. Ich nehme wieder etwas an Fahrt auf. War wohl nur ein kurzer Tiefpunkt. Mit 4:30,4:20,4:42min/km geht weiter. Nicht mehr so schnell wie in der ersten Runde, aber wenn ich den Schnitt unter 5min konstant halten kann, dann schaffe ich ne Sub 3:20. Also weiter gehts ! Aschaffenburger Straße ist erreicht. Laufen lassen. Aber die Schmerzen sind zu groß. Bergablaufen macht heute keinen Spaß. Ich bremse ab. 4:36,4:37min/km. Noch 10km. Durchhalten. Zeit steht auf 2:26. Also 54 Minuten für den Rest. 5'er Schnitt würde locker reichen. Das ziehe ich jetzt durch. Rauf ins Oberfeld. 2. Gelbeutel rein. Alles jetzt mobilisieren. Wäre ich doch nur schon in der Stadt, wo ein bisschen Anfeuerung ist. KM33 mit 4:51min/km und KM34 mit 4:54min/km. Das kann es doch jetzt auch nicht sein ! Ich werde überholt. Ist das ein Staffelläufer oder ein Konkurrent um die Plätze? Scheiß egal jetzt, ich hänge mich verzweifelt dran. Es läuft wieder. 4:01 für KM35. Das wirkt jetzt wie ein Turbo. Am Oberwaldhaus nochmal zu Isogetränk gegriffen. Die Steigung der Dieburgerstraße Stadteinwärts rauf. KM36 kommt schon, nur ne 4:52/km. Aber bedenkt man Steigung ist das gut. Steigung überwunden und da ist auch schon wieder der Kirchenchor. Sie singen "auf Frank, du hast es bald geschafft". Die find ich heute echt klasse ! Dieburger runter, mir kommen ständig noch Marathonläufer/innen entgegen die noch die komplette 2. Runde vor sich haben. Ich feuere fast jeden auf der Gegenspur an. Meine Güte, nochmal die Runde. Die sind wesentlich beschissener dran als ist. Ich biege jetzt in die Wolfkehlstraße ein. Vorletzter Verpflegungsstand. Wasser rein. Hoch auf die Mathildenhöhe. Auf ! Geht noch, geht noch, geht noch, rede ich mir immer wieder ein. Sämtliche Laufmuskeln sind bretthart, ein Glück hatte ich nie irgendwelche Probleme mit Krämpfen. Die Mathildenhöhe ist erreicht. Jetzt abwärts. Aua ! Verflucht ! Die Hüfte, jeder Schritt. So weit ist es doch nicht mehr KM38/4:40 und KM 39/4:43. Ich steuere auf das Darmstadium zu, da höre ich die Stadtkirche. Es ist 12 Uhr. Das bedeutet wenn ich jetzt noch einen drauflegen kann, dann schaffe ich am Ende ne Sub 3:15 ! Nochmal schinden 3 KM lang. Cityring, Herrngarten mit Musik. Getränk geschnappt, Martinsviertel. KM40 in 4:31min. Umweg auf die Kranichsteiner. Jetzt bis zum Startpunk laufen, dann ist es nicht mehr weit. KM41 in schaue auf die Uhr 3:07:52. Jetzt kann mich niemand mehr stoppen. Die Sub 3:15 wird gepackt ! Röhnring überquert. Wie geht es weiter. Irgendwie laufen hier jetzt alle durcheinander. Da muß es zum Stadion gehen. Vorbei an den bereits erholten Halbmarathonfinishern. Es gibt wieder Beifall. Gleich geschafft hört man jetzt von allen Seiten. Ich laufe auf die Bahn. Jetzt noch eine Runde. Harald feuert jetzt im Stadion mit der Ratsche an. Top ! Ich gebe alles. Die Schmerzen werden ausgeblendet durch das unbeschreibliche Glücksgefühl mal wieder etwas total Verrücktes geschafft zu haben. Der Zielbogen kommt näher. Ich laufe jubelnd durch. 3:13:06. Das gibt es doch gar nicht. Der Wahnsinn !
Im Ziel wartet schon Gregor und Robert. Gregor hat doch glatt mit 2:57:26 ne sensationelle Zeit bei seinem Heimspiel hingelegt. Das reicht am Ende zu Platz 3 in der AK. Sauber ! Robert freut sich ebenfalls, schließlich ist es sein 2. Halbmarathon innerhalb einer Woche. Jetzt erst mal Prost !
Ständig trifft man weitere bekannte Leute. Es ist eine rundum gelungene Veranstaltung. Vielleicht einzig etwas mehr Lauf in der Stadt, anstelle der langen einsamen Waldwege wäre noch eine Verbesserung. Aber schließlich muß man hier auch an die Verkehrsbehinderung denken. Eine 100%-tige Steigerung zum letztjährigen Marathondebüt der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Sonntag, 30. August 2009

31.Koberstädter Waldmarathon

Der Koberstädter Waldmarathon. Eigentlich stand er überhaupt nicht auf dem Plan. Wäre ja auch ein bisschen viel, da ich am 6.September schon für den Darmstadt Marathon gemeldet bin. Aber da schon viele nette Leute sich für den Lauf gemeldet hatten, beschloss ich mich auch dafür anzumelden. Schließlich bin ich im Koberstädter Wald vor genau 2 Jahren meinen ersten Marathon gelaufen. Die Veranstaltung hatte ich in sehr guter Erinnerung. Die Strecke ist mir sowieso als Trainingsstrecke genauestens bekannt. Also was soll's. Dann laufe ich eben Koberstadt volle Pulle und eine Woche später Darmstadt etwas langsamer.
Im Training habe ich ordentlich zugelegt. 1x pro Woche kam jetzt sogar noch ne Bergeinheit auf den Melibokus dazu. Die Vorbereitung lief gut. Lediglich Probleme mit der rechten Leiste. Aber das gehört ja schon zum Standard mit dazu. Der Test Halbmarathon im Hüttenfeld bei Lampertheim lief sehr gut. Bei 30° lief ich eine 1:27:50. Entsprechend hoch waren die Erwartungen für Koberstadt. Eine Zeit unter 3:10 sollte das minimal Ziel sein.
Startunterlagen besorgte ich mir schon Samstags, um am Sonntag keinen Stress damit zu haben.

So 30.8.2009

Aufstehen um 4:40 Uhr. Frühstück mit Müsli, Joghurt, Banane, Apfel und ein Brötchen mit Honig dazu. 3 Tassen starken Kaffee zum wach werden. Nochmal Tasche kontrollieren und ab nach Egelsbach. Ich bin bester Laune, das wird ein guter Tag !



Die B3 ist abgeriegelt, es kann losgehen

Um 7:20 Uhr bin ich da. Ich treffe auf Gabi, Robert und Stefan. Überall steht der leckere Kuchen rum. Aber ich darf noch nichts davon essen. Draußen herrscht Aufregung. Angeblich wurde eine komplette Verpflegungsstation im Wald kurzerhand geklaut ! Ja gibts denn sowas ? Aber es würde auch erklären, warum der Start von 8 Uhr auf 8:10 Uhr verschoben wurde. Die Temperaturen sind in der Früh recht niedrig. Ein wenig friert man schon im kurzen Laufshirt.



alles klar zum Start, Frank (will unter 3:10 bleiben), Gabi (will angeblich nur zum Test den Marathon mit 5min/km laufen), Robert (läuft den Halben, er will nächste Woche auch in Darmstadt ran), Stefan (macht heute endlich sein Marathondebüt)



Die Kultklo's in Egelsbach werden gerne aufgesucht vorm Start, gerade bei den kalten Temperaturen in der früh um 8 Uhr

8:10 Uhr. Endlich es geht los.
Die erst beiden KM erst mal rüber zum Wald. Die abgesperrte B3 wird überquert. Vorbei an den Kleingärten. Die Brücke über die Autobahn 661 kommt, und damit die erste KM Markierung. Ich wollte mich diesmal wirklich nicht verleiten lassen und es ruhig angehen. Was sagt die Uhr ? 8:40 für 2 KM. Also ein Schnitt von 4:20/km. Das ist doch ok für den Anfang. So kann es weiterlaufen. Im Wald geht es erst mal ein wenig nach oben. KM3 wird eine 4:31. Nun geht es im Wechsel mal rauf und mal runter. KM4 4:18 KM5 4:11/km. Also das läuft doch super denk ich mir. Puls ist bei 151(82%). Ich bin schon fleißig dabei zu überholen. Erster Verpflegungspunkt lasse ich aus. Die Strecke bis KM9 ist nun leicht abschüssig bis eben. Die Zeiten sind optimal. KM6-9 nehme ich im Schnitt mit 4:17/km. So, das war einfach zum Anfang, aber nun geht es aufwärts. Jetzt wird sich zeigen wie gut ich drauf bin. Bei KM 9 nehme ich zum ersten mal Wasser. Es geh für ein kurzes Stück raus aus dem Wald. Es ist immer noch angenehm kühl trotz Sonne. KM 10 und 11 nehme ich mit 4:19 bzw. 4:18/km. Die Steigung nimmt zu. Immer noch 4:20/km bei Marker 12. Aber jetzt wird es zum ersten Mal ein wenig ungemütlich. Kurz vorm Verpflegungspunkt 3 wartet ein etwas steilerer Anstieg. Ich bin mal gespannt. Ist ja noch die erste Runde, und es macht mir noch keine Probleme in kleinen Schritten den Anstieg zu nehmen. 4:33/km. Das klappt ja ! Ich freue mich total, das wird heute ein top Lauf. Abzweig auf den Asphalt Weg Richtung Messeler Wildtor. Nach 2 weiteren KM auf der Geraden ist das Tor erreicht. Leder noch keine Zuschauer. Es ist noch viel zu früh. Gleich wieder rein in den Koberstädter Wald durch das nächste Wildtor. Jetzt wird es idyllisch. Zur linken ein Teich, die Strecke leicht abschüssig, was will man mehr. Es macht richtig Spaß hier zu laufen. KM 16 kommt, die Uhr steht auf 1:09:16. Mal grob überschlagen, das sind 4:20 auf den KM. Das wird aber nicht so bleiben, denn jetzt wird es in 2 Etappen nach oben gehen. Dazwischen ein kurzes Stück zum verschnaufen. Aber auch hier keine Probleme, das Bergtraining zahlt sich jetzt voll aus. KM17 und 18 sogar 4:16/4:14/km. Wahnsinn ! Jetzt folgt der schwierigste Anstieg für die erste Runde, bevor es in die Zusatzschleife geht, welche nur in der ersten Runde gelaufen werden muß. Im Anstieg drücke ich den ersten Gelpack rein, denn oben ist die Verpflegungsstelle mit Wasser. Das passt ganz gut. Noch ein kurzes Stück und der Anstieg ist geschafft. Was sehe ich denn da ? Der erste Läufer legt eine Gehpause ein. KM19 trotz Anstieg 4:32/km. Ich bin schon total gespannt auf den HM Durchlauf. Keine Spur von Ermüdung. Irgendwie ist heute alles anders als noch z.B. in Marburg. Habe ich endlich mal alles richtig gemacht ? Abwarten, nicht zu früh freuen. Ja sogar der Puls geht nach dem Anstieg wieder brav runter auf 153(83%). Etwas langsamer werde ich nun doch. Aber die Strecke ist ja immer noch leicht ansteigend. KM21 in 4:27/km. Jetzt kommt der HM Durchlauf 1:31:32. Super, damit habe ich nicht gerechnet. Ob ich das halten kann ? Mal sehen. Bis KM 25 geht es ja noch leicht rauf. Dann kann ich wieder etwas verschnaufen. Langsam machen sich nun doch die bereits gelaufenen KM bemerkbar. KM 22 in über 5min/km. Was ist denn da los ? Cool bleiben. So langsam war ich doch gar nicht. Da stimmt was nicht. Und tatsächlich KM 23 drücke ich mit 3:38/km ab. Also alles im Lot. Schild stand nur falsch. Die erste Runde habe ich geschafft. Jetzt nur noch ein Mal die Trainingsrunde ohne Zusatzschleifen laufen und noch die 2 KM bis ins Stadion. Das müßte doch zu schaffen sein. Los geht es in Runde 2. KM24 und KM 25 sind allerdings mit 4:33 und 4:31 etwas schwächer. Was mache ich nur mit dem 2. Gelpack. Verpflegungsstationen gibt es bei KM26 und bei KM31,5. Ich warte noch ab. Nehme nur Wasser bei KM 26. Es läuft auch wieder besser. Die abschüssige Strecke sorgt für gute Zeiten. 4:07/3:51/4:39/4:14/km. Die Verschnaufstrecke ist vorüber. Jetzt wird es ernst. Bei KM30 beginnt ja bekanntlich der Marathon. Noch immer überholt mich niemand, ganz im Gegenteil, ich konnte in der Zwischenzeit noch einige Plätze gutmachen. Jetzt merke ich es immer mehr in den Beinen. KM30 mal wieder ne 4:32/km. Die beiden kleinen fiesen Anstiege kommen. Hier muß ich jetzt doch Zeit lassen. Ich sehne den Verpflegungsstand herbei. Schnell noch den 2. Gelpack runtergewürgt und mit Wasser nachgespült. Hoffentlich gibt das nochmal Kraft für die letzten Kilometer. Am Verpflegungsstand ruft ein Helfer: "nur noch 10,5km" Ja nur noch, denke ich. Das wird jetzt echt hart. Vom lockeren Laufen aus der ersten Runde keine Spur mehr. Es wird zum Durchhaltelauf. Die letzten beiden KM lagen schon bei 4:40/km. Ich muß mich jetzt echt zusammenreißen. Bei KM32 geht das rechnen los. 2:19:29 und noch 10km zu laufen. Wären noch gut 50 Minuten um die Sub 3:10 zu schaffen. Aber das wäre doch ein Jammer nach so einem guten Lauf, nicht auch bis zum Schluss so konsequent weiter zu machen. Ich sehe vor mir ein Läufer. Das ist mein Ziel. Noch vor dem Messeler Tor werde ich an Ihm vorbei sein. Kämpfen, 10km sind doch nicht mehr viel. Ich schaffe den Läufer noch vor dem Wildtor. Der Hänger scheint überwunden. Mit 4:21 und 4:19/km geht es weiter. Die beiden Steigungen kommen. Ich überhole den nächsten Läufer. Ich versuche Ihn aufzumuntern. "Los komm 8km, noch die 2.Hügel, dann haben wir das Schlimmste geschafft. Oben gibt es Cola, das erfrischt wieder !" "Nein, ich kann einfach nicht mehr, meine Knie tun weh, es geht nicht mehr" ruft er mir zurück und legt ne Gehpause ein. 4:23 für KM 35, sogar 4:11 für KM 36. Jetzt nur noch der "Heartbreak Hill von Egelsbach" dann ist der Rest ein Klacks. Es fällt mir schwer, aber es geht. Zwischendurch noch ein Getränk geschnappt. 4:56 für KM 37. Damit kann ich super leben. Die Steigung nimmt ab, KM 38 kommt 2:46:14 und noch 4,2km zum Ziel. Das wird eine super Zeit, wenn ich jetzt nicht nachlasse. Da ist schon der Abzweig nach Egelsbach. Halte durch ! Wo kommen denn auf einmal diese Läufermassen her ? oh je, das ist der Rest vom 10'er Lauf. Jetzt auch noch Slalom laufen. KM 39 in 4:38/km. Ich erhöhe das Tempo. Das muß ich jetzt durchhalten bis zum Schluss. So schaffe ich noch ne Sub 3:05. Weit vor mir ist noch ein Marathonläufer. Vielleicht geht da noch was. Zurück über die Autobahnbrücke. Das Tempo werde ich jetzt durchhalten. 3:45/km für KM 40 und noch weit über 10 Minuten Zeit für die Sub 3:05. Das packe ich ! Egelsbach kommt näher. Der Marathonläufer auch. Den schaffe ich noch ! Rüber über die B3 rein ins Ort. Ich überhole Ihn. KM41 passiert und 6:15min Zeit bis ins Ziel. Das reicht locker. Aber nicht nachlassen, sonst kommt der Läufer nochmal an mir vorbei. Jetzt wird alles mobilisiert. Vorm Stadion steht Gregor und feuert mich an. Super ! So macht es Spaß. Rein ins Stadion.



Die letzten Meter, für jeden ein Highlight

Weit ist es nicht mehr. Die letzten Meter auf der Bahn. Die Uhr ist weit unter 3:04. Ich gebe nochmal alles. Zielbogen kommt. Geschafft !!! 3:03:43 !! Was für eine Zeit, ich werd' nicht mehr.



tolle Stimmung im Zielauslauf

Nach dem Duschen gibt es endlich den verdienten Kuchen. Ein super Ergebnis. Am Ende Platz 9 insgesammt und Platz 2 in der Altersklasse. Gabi schafft trotz falscher Wegweisung den 1. Platz in der Altersklasse. Stefan absolviert problemlos das längst überfällige Marathondebüt. Robert ist ebenfalls zufrieden mit seinem HM-Lauf.

Es war ein tolles Erlebnis, die Strecke meines Marathondebüts noch einmal zu laufen. Diesmal natürlich mit ganz anderen Zielen. Damals vor zwei Jahren, wie heute eine schöne, familiäre Veranstaltung, an die ich gerne zurück denken werde.

Samstag, 15. August 2009

22.Hüttenfelder Kerwelauf

Der Halbmarathon in Hüttenfeld kam gerade recht als Test für die kommenden Marathonläufe in Koberstadt und Darmstadt. Die Strecke kenne ich bereits aus dem Vorjahr.
Das Training der letzten Wochen hat mir sehr zugesetzt, ich bin müde und platt. Außerdem plagen mich schon seit mehreren Tagen heftige Rückenschmerzen in der Nacht, vernünftige Erholung durch schlafen fast unmöglich.
Der Wettkampftag :
Als wären die Voraussetzungen nicht schon schlecht genug, kommen jetzt auch noch Temperaturen um die 30° hinzu. Ich begebe mich auf den Weg nach Hüttenfeld. Die Brühe läuft mir den Kopf runter, die Klimaanlage steht auf voll.
In Hüttenfeld angekommen, empfangen mich auch gleich die beiden Ordner, welche den Verkehr der Bundesstraße zwischen Start/Ziel und Bürgerhaus regeln. Es sind die gleichen fleißigen Helfer wie im Vorjahr.



optimale Verkehrsreglung. Die Ordner haben alles im Griff. Hier hat der Läufer Vorrang



Kein leichter Job bei 30° Grad. Trinken ist heute sehr wichtig !

Jetzt noch schnell die Anmeldung ausfüllen und abgeben. Auf dem Weg zum Bürgerhaus kommt man an einem Teich vorbei, der mitten im Ort liegt.



Idylle mitten im Ort Hüttenfeld

am Kerweplatz vorbei ins Bürgerhaus. Hier sind schon einige Läufer/innen versammelt. Allerdings nicht so viel los wie im letzten Jahr. Nur 112 Teilnehmer werden dieses Mal den Halbmarathon finischen. Die brutale Hitze wird wohl viele von der Teilnahme abgeschreckt haben. Eine Online Anmeldung gibt es immer noch nicht in Hüttenfeld. Hier ist noch alles recht einfach gehalten, aber dennoch sehr professionell.




selbstgemachter,leckerer Kuchen,liebevoll gebacken und hergerichtet von engagierten Hüttenfelder Frauen

Anmeldung ausgefüllt und die wirklich günstigen 7,50 Euro bezahlt.



Startnummer geholt, jetzt gibt es kein zurück mehr bei abartigen Temperaturen von 30° Grad

Noch schnell umziehen, als Schuhe kommen heute stabilen Mizuno Wave Rider 11 zum Einsatz. Der Waldboden ist hier einfach zu holprig. Im letzten Jahr lief ich den Kurs mit Lightweight Schuhen. Das brachte mir damals leichte Knieprobleme ein.
Ich begebe mich schon mal in den Start/Ziel Bereich. Warmlaufen beschränkt sich heute auf höchstens 5 Minuten. Schließlich will man sich ja nicht schon vor dem Lauf unnötig kaputt machen.



Letzte Vorbereitungen. Die Fahrrad Karren werden beladen, und dann begeben sich die Helfer in den Wald zu den Versorgungsstellen.



Die HM Strecke von Hüttenfeld, 2 Runden fast komplett im Wald, vorbei an den zahlreichen ehemaligen Munitionsbunkern der US Armee.
Profil: hauptsächlich Waldweg, kleines Stück Asphalt, Sand und Feldweg



Kaum Schatten in Start und Zielbereich. Bervor es losgeht wird man nochmal schön aufgewärmt

Ich trabe nochmal ein wenig und beschwere mich über die brutalen Temperaturen. Ein anderer Läufer meint : "Wieso ? Ist doch alles freiwillig hier" Wie recht er doch hat ! Es gibt keinen Startzwang, und trotzdem haben sich schon einige Starter im Start/Zielbereich eingefunden.



Die Zeitnahme ist bereit. In wenigen Minuten geht es los.

Die Halbmarathon Starter werden aufgefordert sich nun in den Startbereich zu begeben. Raus aus dem Schatten, rein in die Sonne. Ich bin begeistert.



Der Startbereich in der prallen Sonne. 16.45 Uhr es geht los.

Das erste Stück geht durchs Feld auf einem asphaltiertem Weg. Nach ca.500m dann links Richtung Wald, jetzt an der Waldgrenze rechts auf einem Feldweg mit reichlich Sand. Es ist nicht sehr voll es gibt kaum Gerangel um die Plätze. Ich habe mir diesmal fest vorgenommen, am Anfang nicht zu überziehen. KM1 kommt und eine 4:00/km. Ist das jetzt gut oder schlecht ? Ich würde mal sagen, viel zu schnell für diese Hitze ! Ein Läufer fragt mich nach der KM1 Zeit, wir kommen schnell ins Gespräch. Inzwischen knickt der Weg in den Wald ab. Zum Glück Schatten. Ich plappere wie ein Wasserfall, wir reden über die angestrebte Zielzeit, die bisherigen Läufe, und was wir noch so alles vorhaben. Wir sind uns einig, eine Zeit unter 1:30 wäre heute absolut ok. KM2 und KM3 laufen wir gemeinsam in 4:08. Eigentlich immer noch zu schnell. Das wird sich am Ende rächen. Der erste Versorgungspunkt kommt. Ich schnappe nach dem Getränk und frage gleich mal nach den aktuellen Bundesliga Ergebnissen, da hier fleißig die Konverenzschaltung gehört wird. Jetzt biegt die Stecke nach rechts ab. KM4 wird ne 4:13/km. Schon besser, so kann es weiterlaufen. Strecke biegt wieder nach links ab. KM5 4:12 und KM6 4:20 ! So wird das nichts. Das Tempo muß wieder etwas angezogen werden. Der südlichste Teil der Strecke ist ist bereits passiert und wir sind schon wieder auf dem Rückweg der ersten Runde. Die Beine sind jetzt schon schwer und es fällt mir schwer, das Tempo wieder etwas zu forcieren. Der Doppelverpflegungspunkt mit Bundesligakonverenzradio kommt näher. Wieder Wasser und kurze Info über die Spielstände. Mist, die Bayern haben den Ausgleich geschossen....Strecke biegt rechts ab. Die Wendepunktstrecke kommt gleich. KM7 endlich wieder ne 4:04/km. Na bitte so gehts doch. Meinem Mitläufer wird es leider zu schnell und er läßt mich ziehen. Schade, niemand mehr zum plaudern. Obwohl das Reden anstrengt, lenkt es doch ein wenig ab. Der Belag der Wendepunktstrecke ist eine einzige Katastrophe, kleine gebrochene Betonplatten vermischt mit Waldboden. Nun die brutale 180 Grad Wende. Auf engstem Raum geht es rum, das kostet Zeit. Die Wendepunktstrecke ist geschafft. Abzweig nach rechts. Erfahrungsgemäß geht es hier trotz engerer Spuren etwas flotter. KM8/4:04 und KM9/4:08. Wir verlassen den Wald, und müssen nun am Waldrand in der Sonne den schwierigsten Teil der Strecke überwinden. Sandboden und Feldweg. KM10 trotzdem ne 4:11/km. Gesamtzeit für 10km 41:29. Ich passiere den Start/Ziel Bereich. Wieder auf Asphalt, aber in der prallen Sonne, brutal. Mich hat bisher noch niemand überholt, das ist ein gutes Zeichen. Weit vorne kann ich einen Läufer sehen. Das ist doch mal wieder ein Ziel. Bleib dran, den schafst du ! Und tatsächlich, am Waldrand habe ich ihn überholt. KM11/4:13 und KM12 wieder im Wald wird eine 4:11/km. Auf jetzt noch 9 km. Mir schwinden die Kräfte, aber hinter mir ist weit und breit nichts. Scheinbar geht es den anderen auch so. Eine kleine, frische Brise weht mir um den Kopf. Das tut ein wenig gut. Aber KM13 ist eine 4:32/km. Bin ich schon platt ? Das wäre ja fatal ! Ich ziehe an, irgendwie muß ich doch wieder auf einen 4:15'er Schnitt kommen. Also über 1:30 will ich hier nicht laufen. War das brutale Training zu viel ? Ist das die Quittung dafür ? Versorgungspunkt kommt, Wasser aufnehmen, und Ergebnisse fragen. Mainz holt ein Punkt in Hannover, und die Bayern kommen nicht über ein 1:1 gegen Bremen hinaus. Na, wenn das keine Motivation ist ! KM14 und KM15 ne 4:19/km. Das ist zu langsam ! Zähne zusammenbeißen. Noch 6km, auf geht noch ! Ne Zeit über 1:30 wäre für meine weiteren Marathonläufe alles andere als motivierend. Ich überhole bereits die ersten 10km Läufer/innen. Jetzt muß man also noch mit zusätzlichen Manövern rechnen. KM16 ein 3:59/km ! Jawoll, das habe ich jetzt gebraucht. Ich bin wieder etwas zuversichtlicher. Abzweig nach links. Noch 5km. Vor mir immer mehr 10'er Läufer/innen, welche schon Gehpausen einlegen müssen ! Ich komme immer näher an die HM Läufer ran. Vielleicht geht da noch was. Abzweig auf die Wendepunktstrecke. KM17 4:13. Ich schaffe es einen HM Läufer zu überholen. Mir kommen ein paar Läufer auf der Wendepunktstrecke entgehen. Viele sind es nicht. Hier geht noch was. Ich bin wieder motiviert. Wendepunkt, brutal. Warum ist das so eng hier ? Ich komme kaum in Gang. Und noch der Boden.....KM18 doch wieder ne 4:21/km. Naja, die Wende nimmt doch Zeit in Anspruch. Anders kann ich es mir nicht erklären, denn der überholte Läufer kommt nicht näher. Abzweig nach rechts. Nochmal alles rausholen. Reiß dich zusammen für die letzten 3km. Erfahrungsgemäß läuft es ja hier auf diesem Abschnitt. Die 10'er Läufer/innen nerven, aber wenigstens machen diese bereitwillig und schnell Platz. Zwei HM Läufer sind vor mir. Einen davon bekomme ich bestimmt noch. Noch ca. 2,5km jetzt alles rausholen. Ich komme immer näher ran. KM19 in 3:54/km ! Jetzt ziehe ich es durch. Ich bin gleich auf mit dem HM Läufer. Er läßt abreißen ! Super, die sind alle platt ! Vor mir der nächste. Da geht noch was. Ich kämpfe mich ran. KM 20 Schild kommt. Mit 4:08/km nicht ganz so schnell wie der KM davor, aber noch voll im Soll. Noch 1 KM. Ich ziehe an dem nächsten HM Läufer vorbei, auch er kann nicht folgen. Raus aus dem Wald, Sandboden, egal jetzt. Alles geben für den letzten KM. Da läuft vor mir noch ein HM Läufer. Ich ziehe an, komme immer näher ran. Die letzte Kurve vor dem Ziel. Ich versuche rechts vorbei zu gehen, es klappt. Die Kurve nach links. Zielgerade kommt. Ich schaue mich um, er ist mir noch dicht auf den Fersen, aber er kommt nicht näher. Jetzt Endspurt, KM 21 kommt. Die Uhr zeigt 3:50/km für den letzten KM und 1:27:30 insgesamt. Das reicht noch für Sub 1:28. Alles geben. Hände mit einsetzen. Ziel kommt näher, letztes Blick nach hinten. Da kommt niemand mehr ran. Das Ziel kommt. Geschafft ! Wahnsinn, handgestoppt 1:27:50. Ich kann es kaum fassen. Im Zielbereich sind kaum HM-Läufer zu sehen. Ich muß wohl sehr weit vorne gelandet sein. Wie geil. Jetzt noch Duschen und Siegerehrung.



Der Zielbereich, mehr braucht man nicht !

Im letzten Jahr gab es hier einen Shuttle Service zu den Duschen, aber ich laufe die Strecke, ein Läufer begleitet mich und wir können den Lauf gleich analysieren.



Vorbildlich ! Shuttle Service zu den ca. 1,2km entfernten Duschen am neuen Sportplatz

Schade, in diesem Jahr ist der Rasenplatz gesperrt. Wie gerne wäre ich nochmal barfuß ein paar Runden ausgelaufen. Aber dafür sind die Duschen optimal und auch warm. Nach dem Duschen steht gleich der Shuttlebus abfahrtbereit zur Siegerehrung.
im Bürgerhaus stehen die Läufer/innen vor den Ergebnislisten. Als ich endlich dran bin, kann ich kaum glauben was ich da sehe. Platz 4 insgesamt und Platz 2 in der Altersklasse ! Es ist der Wahnsinn. Also hat es sich gelohnt in der Hitze alles zu geben. Mal wieder ein schönes Erlebnis, auch wenn es qualvoll war unter diesen Bedingungen. Ich komme nächstes Jahr wieder. :-)

Samstag, 1. August 2009

6.Fischerfestlauf Gernsheim



Der erste "richtige" Zehner in diesem Jahr für mich. Gernsheim, meine 3. Teilnahme. Ist ja auch praktisch. Keine langen Anfahrtswege, günstige Startgebühr und eine vertraute Strecke. Ich hatte ein paar Intervalle im Training eingebaut, aber sonst nichts spezielles gemacht. Das Training lief gut, die 1000'er Intervalle konnte ich alle unter 4 Minuten laufen. Also war das Ziel ganz klar eine Zeit unter 40 Minuten.

Samstag 1.August Fischerfestlauf.



Die Anlage in Gernsheim am Rhein

Es ist in jedem Jahr schon fast Tradition, dass es am Fischerfest Samstag sehr heiß ist. Auch in diesem Jahr wird diese Tradition fortgesetzt. Schon bei der Fahrt nach Gernsheim zeigt das Thermometer 30-31° ! Die Strecke ist komplett in der Sonne. Es wird eine Qual werden. Unter der Woche hatte ich schon erhebliche Probleme mit den Temperaturen im Training gehabt. Was soll das bloß heute wieder werden.



Lange Schlangen bei der Startnummernausgabe. Der Lauf wird dank Mannschaftswertung immer interessanter für Vereine, Clubs usw.

Ich treffe auf Gregor, der zum ersten Mal beim Fischerfestlauf am Start ist. Später kommt noch Thomas aus dem Läuferforum, und Helge ein alter Schulkamerad von mir dazu.
Der Start ist total überfüllt. Es gibt keine Chipzeitmessung, also mal schnell in die vorderen Reihen mogeln. Ca. 3-4 Startreihe für mich, das ist ok.



Start und Zielbereich 45 Minuten vor dem Start. Später wird es hier sehr eng zu gehen

Es geht los. Jetzt ist ca. 200 Meter Platz für ein paar Überholmanöver. Dann ein kurzer Anstieg auf den sehr schmalen Damm. Es ist eng, überholen kaum möglich. Aber ich bin von schnellen Leuten umgeben. Hier schon mal keine Probleme mit dem großen Läuferfeld. Erster Richtwert 1km, die Uhr zeigt 3:48 für den ersten KM. Was für ein Anfangstempo, das kann nicht gutgehen. Wir verlassen den Damm, es geht durch das Wohngebiet im Süden von Gernsheim. Über die abgesperrte Hauptstraße Richtung Bahngleise. Ich bin schon am hadern mit mir, warum bin ich wieder so schnell angegangen bei diesen mörderischen Temperaturen. Gregor enteilt mir so langsam, naja das war ja auch klar, dass ich da nicht mitgehen kann. Jetzt geht es parallel an den Bahngleisen entlang. KM2 stoppe ich mit 3:55/km. Nach ganze 8km sind vor mir.



Der Fischerfestlauf im Überblick

Überall haben die Bewohner von Gernsheim kleine Duschen zum durchlaufen aufgestellt. Diesen Service nehme ich heute gerne in Anspruch. Die Strecke an den Bahngleisen zieht sich, endlich der Abzweig in die Innenstadt. Hier müssen jetzt 4 Runden gelaufen werden. Dafür hat jeder Läufer/in 3 Kabelbinder bekommen. Nach jeder Runde wird ein Kabelbinder in eine bereitgestellte Tonne geworfen. Hat man keinen Kabelbinder an der Tonne mehr übrig, dann darf man wieder zurück zum Start. Diese Reglung stößt teilweise auf Unverständnis bei den Läufern/innen. Für mich nichts neues, ich sage nur, das ist Kult in Gernsheim.



4 Runden in der Innenstadt sind zu absolvieren

Meine erste Innenstadtrunde kommt. Vorher wird noch KM3 abgedrückt mit 3:55/km. Soweit so gut, alles im Kurs auf Sub 40. Einziges Problem, noch 7km zu laufen, und ich bin jetzt schon total am Ende. Egal jetzt, weiter geht es, irgendwie werde ich das Ziel schon erreichen. Die erste Runde in der Innenstadt geht noch so einigermaßen, lediglich die vielen Kurven werden etwas Zeit kosten. Zweite Runde wird schon schwieriger, man muss jetzt noch die etwas langsameren Läufer/innen im Slalom Kurs überholen. Dafür gibt es aber gute Stimmung von dem Innenstadt Publikum. An einem Stand haben es sich die Zuschauer besonderes gemütlich gemacht. Hier liegt man im Liegestuhl mit gekühltem Sekt in der Hand. Auch eine schöne Art, einen Stadtlauf anzusehen. Meine KM Zeiten werden logischerweise langsamer. KM4/4:05 ; KM5/4:08. Noch 2 Runden in dem immer enger werdenden Stadtrundkurs. Es ist zum verzweifeln. Wie soll ich bloß den Schnitt unter diesen brutalen äußeren Bedingungen halten. Es wird nicht klappen. Komm vergiss die Sub 40, heute geht es nur ums ankommen in einer halbwegs vernünftigen Zeit. In der 3. Runde zündet sich ein Zuschauer auch noch ne riesen Zigarre an, der Qual blasst mir direkt ins Gesicht, na super. Augen zu und durch. Nochmal vorbei an den Cafés. Letzte Runde kommt. KM6 ne 4:10 ! Aus der Traum, jetzt nur nicht völlig wegbrechen. Diese 10'er sind einfach nichts für mich. Nochmal durchhalten in der stimmungsvollen Innenstadt. Plötzlich ruft jemand: "Frank". Hey, da ist ja ein Rudi mit Frau, ein Läufer aus meiner Nachbarschaft. Toll, das freut mich. Der Glückliche wird bald nach Island zum Reykjavik Marathon fliegen. Irgendwann werde ich mir diesen Traum auch noch erfüllen ! Ich versuche alles um nicht noch mehr an Boden zu verlieren. Raus aus der Innenstadt. KM7 4:09/km. Vielleicht kann ich jetzt nochmal anziehen auf der Geraden an der Bahnlinie. Aber hier bläst jetzt der Wind. Es ist zum verrückt werden. In meinem Windschatten hat sich schon ein Läufer eingenistet, er kommt immer näher. Es geht nicht mehr, ich lasse ihn vorbei. Versuche gleichzeitig in seinem Windschatten zu laufen. Geht nicht, er ist schon weg. KM 8 in 4:06/km. Zähne zusammenbeißen. jetzt noch 2 km. Wieder in der absolut prallen Sonne. Die Kopf ist kurz vorm platzen, der Kreislauf am Anschlag. Nochmal über die große Hauptstraße. Ich schaffe es tatsächlich nochmal den Läufer, welcher mich an den Bahngleisen überholt hat, wieder einzuholen und auch an Ihm vorbei zu gehen. Na bitte. Aber wo bleibt den der Damm, es erscheint mir endlos. Endlich der Abzweig. Den Minianstieg den Damm hinauf. KM 9 in 4:07. Ich komme einfach nicht mehr ran an den 4'er Schnitt. Aber jetzt muss man mal realistisch bleiben, mehr ist da heute auch bei schätzungsweise 28-30 Grad in der prallen Sonne nicht drin. Jetzt nur irgendwie das alles zu Ende bringen. Ich überhole sogar noch einen Läufer auf dem Damm. Na so schlecht kann es doch nicht sein, schließlich hat mich doch auf dem Rückweg keiner mehr überholt. Die letzten Meter auf dem Damm. Wo bleibt den das Stadion, nochmal ein Kurve, da ist es. Ich kann den Zieleinlauf sehen. Was geht noch ? Komm jetzt gibt alles. Die magischen 40 Minuten sind überschritten, ein letzter Endspurt. Geschafft. Zielzeit 40:21 handgestoppt. Ich bin total platt. Meine Güte, was für eine Aktion.



Die wohlverdiente Dusche nach dem 10'er in Gernsheim

Unterm Strich, hier ging nicht mehr. Vielleicht mit einem langsameren Anfangstempo. Aber dann hätte man sich mit den Läufermassen rumärgern müssen. Sub 40 war heute unmöglich. Vielleicht kommt noch ein 10'er in diesem Jahr, wo ich es unter angenehmeren Bedingungen noch einmal versuchen kann.
Gernsheim, immer wieder schön, aber auch immer voller dank den Mannschaftswettbewerben. Teilnehmerfeld wird von Jahr zu Jahr stärker. Fürs nächste Jahr wünsche ich mir 20°.