Samstag, 3. Januar 2009

Trainingslauf auf dem Kühkopf

Jetzt wird hier mal von einem Trainingslauf berichtet. Da hat man so ein tolles Laufgebiete direkt vor der Nase und erwähnt die ganze Zeit nichts davon. Deshalb habe ich mich mal mit einer Kamera auf den Weg gemacht und einen kleinen Bericht hier eingestellt. Auch wenn die Bilder teilweise schlecht und unscharf sind, ich hoffe man kann doch einiges erkennen. Die meisten Bilder sind direkt aus dem laufen raus geknipst, schließlich hat das Training ja Priorität und ständig anhalten bringt ja nichts.

Los gehts, super Wetter. Temperaturen um den Gefrierpunkt oder knapp drunter. Ausgerüstet mit 3 Mini-Trinkflaschen Wasser, ein MP3 Player vollgestopft mit Heavy Metal und natürlich die Kamera.

Die ersten paar Meter gehen noch auf dem Hochwasserdamm zum Altrhein entlang

Die Brücke über den Altrhein ist schon in Sicht

Meine wichtigste Verbindung. Die Brücke zum Kühkopf. Letztes Jahr wegen Bauarbeiten mehrere Monate gespert. Und das mitten in der Vorbereitung zum Darmstadt Marathon :-(

Blick von der Brücke runter. Fluß aufwärts

und Fluß abwärts

Die ersten paar Meter nach der Brücke sind immer nervig. Aber ich bin durchgekommen. Haufenweise Touristen bewegen sich im Schneckentempo, man muß sich lautstark Platz verschaffen. Aber bisher hat noch keiner gemeckert.

Mein Weg führt deshalb auch gleich nach rechts, weg von der Hauptroute zum Gasthaus wo all die Ausflügler hinwollen.....

Vorbei am "Schlappeswörth" zum ersten Beobachtungsstand

Blick vom Beaobachtungsstand auf das "Aquarium"

Nochmal das Aquarium, da habe ich in meiner Jugend Eishockey drauf gespielt.....

es geht rein in den Wald im Gebiet "Rindswörth"

und nach etwas mehr als einem Kilometer wieder rauf auf den Damm

Ja, hier gibt es auch ab und zu ein paar Steigungen. Ein Dammbruch von einem Hochwasser aus den 80zigern.

weiter auf dem Damm

zugefrorener Tümpel

und der nächste Beobachtungsstand

Blick auf das Gebiet "Karlswörth" und die Schwedensäule (ganz hinten erkennbar) jetzt auf der anderen Seite des Altrheines im Naturschutzgebiet Knoblochsaue

Der Weg wird nun etwas schmaler im Bereich des "Schwedenkirchhofs" und "Krönkesinsel"

ich komme nun immer mehr in Richtung Rhein (also der große Rhein, nicht der Altrhein)

aber vorher kommt noch der Beobachtungsstand Nr.3 am Ende der "Krönkesinsel"

die "Krönkesinsel"

Kleiner Seitenarm vom Altrhein

...und ganz hinten, da müßte die Nordspitze des Kühkopfes sein.....

ganz kurz vorm Rhein

endlich am Rhein. Top Wetter, es hat sich gelohnt

auf der anderen Rheinseite hat ein Läufer aus Nierstein sein Trainingsgebiet

....ich winke mal rüber nach Rheinhessen, vielleicht ist er gerade unterwegs....

es geht jetzt erst mal rechts weiter....

...entlang am Rhein

aber nun verlasse ich den Rhein um eine Schleife zu laufen

Es geht in das Waldstück.....

..."Eiswasser" und "Jungbusch". Wer denkt sich eigentlich diese ganzen Namen aus ?

Man glaubt es kaum, erst 10km unterwegs

am "Geyerklauer" geth es wieder raus aus dem Wald

Die Strecke führt wieder zurück zum Rhein....

....in Richtung Südspitze vom Kühkopf

der Rhein ist wieder in Sicht. Zur Südspitze müßte man hier jetzt links abbiegen, aber der Weg dorthin ist im laufe der Jahre doch sehr zugewachsen, also lasse ich das heute. Im Sommer werde ich mal wieder runter laufen.

wieder am Rhein

jetzt in Stromrichtung

immer weiter geht es

jetzt im Gebiet "Geyer"

ich komme nun gleich wieder an die Abzweigung zum Waldstück "Eiswasser" und "Jungbusch", allerdings diesmal vom Süden her kommend.

Schon 14km gelaufen, es wird Zeit für eine kleine Zwangspause

....um die Batterien vom MP3 Player zu wechseln

....ein paar Bilder zu schießen

.......und natürlich auch mal einem dringenden Bedürfnis nachzugehen :-))

erleichtert geht es weiter wieder in Richtung Norden zum Boots Anleger. Das ist jetzt leider ein kleines Stück die gleiche Strecke nur eben umgekehrt.

hier waren vor ein paar Stunden noch eine Hand voll Leute....

....jetzt ist keine Menschenseele mehr hier

einfach super diese Ruhe

man kann es einfach nur geniesen

da kann man ruhig mal den MP3 Player ausschalten

jetzt aber weiter

Erfelden 6,8km....ja, wenn man den direkten Weg nimmt schon

jetzt wieder zurück über den Betonweg

im "Eichwald"

durch das Gebiet "Ochsenlache"

es wird langsam duster

ich nähere mich dem ehemaligen "Kälberteicher Hof"

kurzes Stück durch den Wald

zur linken die "Schafsweide" - allerdings habe ich dort noch nie Schafe gesehen

ich verlasse den Betonweg, es geht wieder auf einen Damm. Ich bin jetzt ungefähr in der Mitte des Kühkopfes

nochmal ein zugefrorener Teich

die 20km Marke ist überschritten

ich streife nochmal kurz den "Rindswörth"

eine Querverbindung durch das Gebiet "hoher Weg-Schalg" führt auf den Betonweg von Erfelden nach Stockstadt.

ich laufe durch das Hofgut Gunternhausen, in dem sich das "Infozentrum Kühkopf" befindet

die Brücke rüber nach Stockstadt, gerade noch im Hintergrund erkennbar.
Für Fotos ist jetzt einfach zu dunkel. Aber ich bin sowieso fast zu Hause. Es geht noch vorbei an der in Insider-Kreisen so genannten "Gifthütte". Eine Kneipe in der man schön einen Trinken kann. Im Sommer sitzt hier immer die ganze Terrasse voll. Von hier aus geht es jetzt den kürzesten Weg über den "Kisselwörth" zurück zur Erfelder Brücke und dann nach Hause. Das waren jetzt etwas über 25KM. Immer wieder eine schöne Runde, wenn man etwas länger laufen möchte, aber eben nicht so extrem weite Strecken.

Sonntag, 28. Dezember 2008

30.Spiridon Silvesterlauf Frankfurt

Was macht man nicht alles, um in der langweiligen Zeit zwischen den Jahren nicht ganz dem fetten Essen und den Plätzchen zu verfallen ?
Man plant nochmal einen schönen Silvesterlauf ein. Der Spiridon Silvesterlauf in Frankfurt soll ja ein echtes Highlight sein.
Anstelle sich nach dem anspruchsvollen Siebengebirgsmarathon vom 14. Dezember zu erholen, wird ein 2 wöchentliches leichtes Trainingsprogramm für den Silvesterlauf eingeschoben. Quasi ein Spagat zwischen Erholung und Training. In der ersten Woche sind nur jogging Einheiten angesagt. In der 2. Woche wird nun leicht angezogen. Mittwochs vorm Wettkampf ein kleiner Test. Ein 6km Tempodauerlauf mit je2 KM Ein – und Auslaufen. Ich kann ohne größere Probleme ein Schnitt von 4:15/km laufen. Das Ziel für den Silvesterlauf stecke ich mir also bei 42 Minuten. Donnerstags und Samstags noch je eine leichte jogging Einheit mit Steigerungen. Mehr war in der kurzen Zeit nicht möglich.

Da ich diesmal nicht vorangemeldet bin, muß ich mich sehr früh auf den Weg machen, da noch sehr viele Nachmelder erwartet werden. Verrückt wie ich bin, habe ich mir für 6 Uhr die Wecker gestellt. In aller Selenruhe gefrühstückt und Kaffee getrunken. Nochmal die Tasche gecheckt und um kurz vor 8 Uhr sitze ich schon im Auto Richtung Frankfurt. Es ist überhaupt nichts los auf den Straßen. Und so erreiche fast als erster den Parkplatz am Gleisdreieck. Der ganze Parkplatz für mich, und all die unbenutzten Dixi Klo’s. Perfekte Bedingungen. Um kurz vor neun bin ich dann auch schon in der Wintersporthalle direkt vor der Commerzbank Arena. Drinnen ist noch alles total leer, aber die Anmeldung ist schon offen. Startnummer gesichert und nun warten bis 12 Uhr.
Dank meiner Startplatz sichern Panikmache im Läuferforum, hat sich Gabi aus Kriftel auch sehr früh auf den Weg gemacht, und ist bereits um kurz nach neun in der Wintersporthalle. Sie hat tatsächlich wie versprochen Kaffee mitgebracht , so können wir plaudern und es wird nicht langweilig. Die Halle ist mittlerweile doch sehr voll geworden. Niemand will unnötig draußen in der Kälte stehen. Warmlaufen fällt diesmal wegen der Kälte auch aus. Man trifft noch ein paar Bekannte aus dem Läufer Forum und schon ist es fast 12 Uhr. Gabi hat inzwischen Unterstützung von Ihrer Familie bekommen, die extra zum anfeuern an die Strecke gekommen ist.

Es geht in den Startblock. Die Eliteläufer starten um 12Uhr und das gemeine Fußvolk um 12.05Uhr. Einen Startschuss habe ich jetzt nicht gehört. Irgendwann heißt es dann man könnte jetzt loslaufen. Dank Mika-Chip ja auch kein Problem. Es geht also los. Absolut unaufgewärmt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Gleich in die vollen gehen. Das einzige was einen daran hindert ist das sehr große Starterfeld. Obwohl der erste KM vom Stadion weg, in Richtung Bahnhof Sportfeld sehr breit ist, sind die Überholmanöver aufgrund der hohen Teilnehmerzahl kraftraubend und schwierig. Vorbei am Bahnhof Sportfeld führt der Weg nun unter der Bahnlinie Richtung Mannheim durch und gleich darauf nach links parallel verlaufend der Bahnlinie Richtung Flughafen. KM1 ist schon vorbei, ich hatte eine 4:08. Vielleicht sollt man jetzt ein bischen Geschwindigkeit rausnehmen. Der erste KM hat mit Sicherheit viel Kraft gekostet. Der Weg wird nun noch enger. Es geht über die Autobahn A5. Plötzlich schießt ein Läufer raus aus der Masse an die Seite. Er dehnt die Waden. Da bekomme ich gleich einen Schreck, denn warmgelaufen hab ich mich ja auch nicht. KM 3 kommt schon, die „2“ habe ich scheinbar übersehen. Mal kurz überschlagen, KM 2 und 3 bin ich dann mit einer 4:13 gelaufen. Kann ich das durchhalten ? Ich habe doch gar nicht für diese kurzen Strecken trainiert. Eine 42’er Zeit dürfte heute an sich kein Problem sein. Nach ein paar scharfen Kurven lassen wir die Bahnlinie hinter uns, es geht in Richtung Norden. KM 4 mit einer 4:05 genommen. Nochmal eine Abzweigung nach links. Das müßte jetzt der Schwenker sein, bevor es zurück Richtung Stadion geht. Die Kontroll Zeitnahme kommt. Jetzt müßte die Hälfte der Strecke geschafft sein. Noch 5 KM das wird doch in diesem Tempo zu schaffen sein. Oder geht da noch mehr ? Ich bin in diesem Jahr keinen 10’er langsamer als 41 Minuten gelaufen. Es wäre doch der absolute Hit, wenn ich jetzt quasi ohne spezielles Training auch noch ne Zeit unter 41 laufen könnte. Abwarten und nicht in totaler Euphorie verfallen. Es ist noch ein Stück zu laufen. Wir passieren den Friedhof und auch die Tram-Bahn ist schon zu sehen. Vereinzelnd sind auch ein paar Zuschauer an der Strecke. Aber bei diesen Temperaturen war auch nicht mehr Zuschauerinteresse zu erwarten. Die A5 wird wieder überquert. Das KM Schild 7 kommt schon. Die anderen Markierungen habe ich wohl alle samt verpasst. Also wieder rechnen : auf den letzten 3 KM bin ich im Schnitt ne 3:59 gelaufen. Ja Wahnsinn ! Die SUB 41 ist machbar. Jetzt geht es wieder nach Süden. Hier sollte jetzt noch einmal eine Steigung kommen. Von vielen Läufern wurde man im Vorfeld bereits davor gewarnt. Da ist Sie nun die Steigung, auf den ersten Blick heftig, aber scheinbar kurz. Mit kleinen Schritten geht es hoch. Oben gleich nach links wieder Richtung Stadion. Was ? Das wars schon mit der Steigung ? Na prima, dann müßte ich den Rest auch noch schaffen. KM 8 mit einer 4:11 gelaufen. Noch 2 KM. Es überholt mich niemand. Ich hatte mir den Lauf gut eingeteilt. Jetzt noch unter den 2 Bahnbrücken durch dann bin ich auf der langen Zielgeraden zum Stadion. KM9 mit 3:49 ! Das ist ja wirklich verrückt. Die Uhr zeigt 36:36. Die Sub 41 schaffe ich locker, kurz schießt mir noch der Gedanke einer Sub 40 in den Kopf, aber dazu müßte ich jetzt im Schlußspurt eine 3:23 laufen und das ist absolut unmöglich. Also Tempo beibehalten und den letzten KM zu ende laufen. Aber wie das immer so ist, der letzte KM zieht sich ewig. Das Ziel will einfach nicht näher kommen. Plötzlich taucht auf der Strecke Michel Descombes, der gebürtige Franzose auf. Er heitert die Läufer auf. „haltet durch“ steht auf dem Schild des Läuferkult Paradiesvogels. Klasse dieser Typ. Daumen nach oben. Der ist aber auch überall denke ich mir noch. Jetzt endlich der Zieleinlauf. Gute Stimmung vor der Wintersporthalle. Gleich hab ich es geschafft. Und durch………Zeit 40:34. Das ist jetzt wirklich eine Überraschung für mich. Dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht. Dementsprechend bin ich super zufrieden und geniese die Zielatmosphäre. Es gibt heute Blechweise Streuselkuchen für die Teilnehmer. Klasse. Gleich mal einen reingestopft und ein Apfelmixgetränk dazu. Die Versorgung im Zielbereich ist hervorragend. Es gibt noch warmen Tee und Bio Bananen vom BioRunner.

Eine sehr schöne Veranstaltung, die trotz der hohen Teilnehmerzahl (ich schätze mal weit über 2000), eine schöne Sache zum Jahresausklang war.

Sonntag, 14. Dezember 2008

10.Siebengebirgsmarathon Aegidienberg

Die Vorbereitung :

Als schönen Jahresabschluss hatte ich mir den Siebengebirgsmarathon in Aegidienberg ausgesucht. Eigentlich sollte der Saarbrücken Marathon die letzte größere Veranstaltung für dieses Jahr gewesen sein, aber nach dem nicht so zufriedenstellenden Ergebnis, wollte ich nun doch nicht so die Saison 2008 abschließen.
Der Termin war schnell gefunden. Der 14.Dezember, Siebengebirgsmarathon in Aegidienberg. Schöner Landschaftslauf mit anspruchsvollem Höhenprofil. Also nicht mehr ganz 7 Wochen Vorbereitungszeit. Fast eine Woche muß man noch abziehen, da ich gleich nach dem Saarbrückenmarathon eine kurze Antibiotika Behandlung wegen ständig wiederkehrender Ohrenschmerzen und Erkältungsproblemen machen mußte. Also die Woche genutzt um mich zu regenerieren. Samstag dann der Einstieg mit 100 Minuten Jogging und Sonntags ein langer Lauf über fast 23KM. Das war wohl doch ein wenig zu voreilig. Bereits Montags hatte mich die Erkältung wieder eingeholt. Wieder 2 Tage Pause. Mi,Do,Sa ganz leicht traininert und wieder waren Sonntags die Halsscherzen da. So mit fiel der lange Sonntags Lauf aus. 3. Woche Mo, Di wieder pausiert. Mi ganz locker gerade mal 6,5 KM gejoggt. Zur Sicherheit Do. und Fr. nochmal pausiert. Das Wochenende wieder voll im Plan. Der erste lange Lauf über 25KM absolviert. Na also geht doch. Und das muß ja auch, denn sonst wird das nicht mit dem Siebengebirgsmarathon. 4. Trainingswoche endlich wieder mal ein Intervalltraining. Am Samstag dann der lange Lauf über 30KM. So langsam lief der Plan. Sonntags dann allerdings wieder leichtes Kratzen im Hals. Daher Sonntags ausgesetzt. Aber trotzdem immerhin fast 65 Wochenkilometer. 5. Trainingswoche am Dienstag wieder voll eingestiegen. Die komplette Woche nach Plan durchgezogen. So kam ich auf über 92 Wochenkilometer. Leider meldete sich in dieser Woche wieder das alt bekannte Sprunggelenksproblem. Trotzdem habe ich Sonntags den langen 35km Lauf "vorschriftsmäßig" inclusive den 10km im geplanten Marathontempo durchgezogen. Samstag bin ich sogar extra rüber in den Koberstädter Wald gefahren um ein paar Steigungen zu trainieren. Dies war auch gleichzeitig meine einzige Berg, äh naja, Koberstädter Wald eher Hügel Einheit, im kompletten Trainigsplan. Trotz Probleme mit dem Fuß war ich zufrieden mit der "härtesten Woche". Der Fuß schmerzte ums ganze Sprunggelenk herum. Ich ging nun gezielt in der wöchentlichen Gymnastikstunde an das Problem heran. Investierte sogar noch in 2 Physiotherapie Sitzungen. Mit Erfolg ! Es wurde von Tag zu Tag besser. Und in den Trainingseinheiten war es praktisch kaum mehr zu merken. Lediglich nach dem Laufen. So verlief dann die 6. Trainingswoche recht gut. Der gehasste 3x5000 Intervall im geplanten Marathontempo lief trotz Dunkelheit, Matsch und Regenwetter prima. Auch der letzte lange Lauf vor dem Marathon war ok. Nur noch die Regenerationswoche und der große Tag ist da. Unter der Woche hatte ich nochmal leichte Erkältungserscheinungen mit Ohrenschmerzen bekommen. Na das hat jetzt grad noch gefehlt ! Aber während der ganzen Vorbereitung hatte ich schon so viele Abwehrkräfte und Vitamine in mich rein gefuttert, dass die Erkältung vielleicht deswegen nicht mehr rausgekommen ist. Ich war nun der Meinung, dass ich wirklich alles, mir mögliche getan hatte, um einen guten Lauf zu absolvieren.
Unter der Woche hatte noch eine Läuferin aus Kriftel im Läuferforum nach einer Mitfahrgelegenheit zum Siebengebirgsmarathon gefragt. Da Kriftel halbwegs auf dem Weg lag und ich dann nicht alleine fahren mußte, habe ich mich gerne dafür angeboten.

Der Lauftag :

Aufstehen um 4.30 Uhr. Meine Tasche hatte ich bereits am Samstag gepackt. Und zwar randvoll mit allen möglichen Laufklamotten. Mir war immer noch nicht klar was ich beim Lauf anziehen soll. Der Wetterbericht meldete : 0 - 4 Grad und kein Regen oder Schnee. Wie üblich habe ich mir noch Kaffee gekocht. 2 Brötchen mit Honig gegessen. Das Auto war komplett zugefroren, die Straßen sahen glatt aus. Daher dauerte es bis fast 6.30 Uhr bis ich bei Gabi (die Läuferin aus dem Forum) in Kriftel ankam. Nun ging es die A3 hoch in Richtung Siebengebirge. Als es so langsam hell wurde konnte man bereits auf der Autobahn die leicht schneebedeckten Hügel bewundern. Na das kann ja lustig werden. In Aegidienberg angekommen erstmal rein ins Bürgerhaus. Im Vorraum ein paar Verkaufs und Infostände mit Laufkram. Im Saal dann der Zieleinlauf aufgebaut (das ist hier schon immer so hat man mir gesagt, und nicht erst seit dem das beim Frankfurt Marathon so ist). Die Uhr zählt die Zeit bis zum Start runter. Es ist noch genügend Zeit. Wir trinken noch einen Kaffee und plaudern. Jetzt wird es Zeit zum Anstehen für die Toilette.....So langsam ziehen sich die meisten Läufer bereits um. Jetzt muß ich mich entscheiden. Ich nehme natürlich eine lange, innen leicht angeraute Hose, ein langarm Thermo Unterhemd. Darüber ein leicht dickeres langarm Shirt. Und als 3. Schicht noch mein übliches Wettkampf T-Shirt. Dazu kommen noch Handschuhe, eine Kappe bis über die Ohren und ein leichtes Halstuch. So müßte ich gegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt gut gerüstet sein. Aber man soll ja auch nicht unnötig schwitzen. Zum ersten mal nehme ich ein Gel-Pack mit auf die Reise. Diesen will ich ab KM 21 aufbrauchen. Vielleicht kann man so wieder etwas an Energie zulegen. Wir treffen noch ein paar Läufer aus dem Forum. Es werden noch einige Fotos geschossen, und schon geht es nach draußen in die Kälte. So langsam muß man sich ja auf den Weg zum Start machen. Das sind ca. 1 KM zu laufen. Brrr. ist das kalt. Lieber wieder rein ins Bürgerhaus und auf den letzten Drücker zum Startplatz gehen. Jetzt wird es echt Zeit, wir müssen in die Kälte. Aber beim laufen zum Start geht es doch. Wenn man sich bewegt, dann läßt es sich aushalten. Der Startplatz ist direkt bei einer Pferdekoppel. Überhaupt ist alles sehr idylisch. Allerdings wären wir jetzt froh, wenn es endlich losgeht, denn wenn man steht wird es empfindlich kalt. Die Bürgermeisterin von Bad Honnef hält noch ne kurze Ansprache und dann geht es endlich los.

Die Strecke wendet gleich am Anfang in einer langgezogenen Kurve, es geht wieder rein nach Aegidienberg auf die Hauptstraße. Genau an der Abzweigung vom Bürgerhaus vorbei und gleich scharf nach links runter von der Hauptstraße. Überhaupt kein großes Platzgerangel, die Stimmung unter den Läufern ist hervorragend. Es geht leicht bergab, so macht es Spaß. Scheinbar habe ich die erste KM Marke verpaßt, wir sind bereits im Wald, da kommt schon die "2". Meine Zeit umgerechnet auf den KM würde dann eine 4:27 ergeben. Das ist doch schon wieder viel zu schnell. Ich wollte doch gerade am Anfang Kräfte sparen. Ich hatte es mir so fest vorgenommen. Tempo raus. Es geht jetzt auch ein kleines Stückchen hoch, das bremst von alleine. Der Weg führt trotzdem insgesammt weiterhin abwärts durch eine wirklich traumhafte Landschaft. Aber auf der anderen Seite kann man den ersten brutalen Aufstieg schon sehen. Ab KM 4,5 hat das runterlaufen ein Ende. Es geht jetzt nur noch Bergauf (mal abgesehen von einem kurzen Gefälle) bis KM 9,5. Satte 180 Höhenmeter sind zu überwinden. 500 Meter des Anstieges sind geschaft, da kommt kurz nach KM 5 dann die erste Verpflegungsstation. Es ist alles bestens organisiert. Wasser, Iso, warmen Tee alles ist da. Kein Gedrängel an der Station. Schon von weitem fragen die fleißigen Helfer welches Getränk man den gerne hätte. Es ist nahezu unmöglich die Getränkeaufnahme zu verpassen, von 2-3 freundlichen Helfern wird das gewünschte Getränk gereicht. Wirklich vorbildlich. Nach einem kurzen Gefälle geht es nun stetig noch oben. Für mich als reiner Flachlandläufer, die größte Herausforderung ist der Rheindamm, eine echte Bewährungsprobe. Ich mache kleine Schritte, behalte den Puls im Auge. So kämpft man sich hier nach oben. Immer wieder wird man belohnt mit Ausblicken in die wunderschöne teilweise verschneite Landschaft des Siebengebirges. Ein bischen Eis und Schnee ist jetzt auch schon auf dem Weg. Also Vorsicht ist geboten, sonst legt es einen schnell mal hin. Bei KM 8,5 wird die Strecke kurzzeitig eben. Kleine Verschnaufpause und die nächste Verpflegungsstation an der Löwenburg. Diesmal lasse ich das Getränk aus. Das letzte was ich jetzt noch brauchen kann wäre ein Gang auf die Toilette. Es geht weiter nach oben. Die Wege sind nun voller Eis und Schnee. Leicht kommt man hier ins rutschen. Ich wundere mich schon die ganze Zeit, warum noch keiner hingefallen ist. Jetzt muß doch endlich die höchste Erhebung erreicht sein. Durch den rutschigen Untergrund wird der Kräfteverschließ noch größer. Endlich scheint die höchste Stelle am Lohrberg erreicht. Fast 400m hoch. Die 10KM Marke passiere ich bei 49:03. Ganz ordentlich für diesen Aufstieg. Hoffentlich rächt sich das gegen Ende hin nicht. Die nächsten Kilometer gehen erstmal schön bergab. Aber auch das ist kein Spaß bei dem glatten Bodenbelag. Lieber im Schnee laufen, um wenigstens noch ein bischen Halt zu bekommen. Wir streifen die Ausläufer des Ortes Lahr. Aus dem Waldweg wird Asphalt, und der ist vereist ! Doppelte Vorsicht ist nun angesagt. Mit den Händen wird gerudert um die Balance zu halten. Zum Glück verlassen wir auch schon wieder den Ort in Richtung Wald. Jetzt gibt es wieder mehr Halt und man kann beim abwärtslaufen besser entspannen. Zurück geht es zum doppelten Verpflegungspunkt Löwenburg allerdings ab KM 12 wieder aufwärts. Am Verpflegungspunkt angekommen muß jetzt eine Runde um die eigentliche Löwenburg gedreht werden. Es geht ordentlich nach oben. ca. 80 Höhenmeter sind zu bewältigen. Es geht immer noch recht gut, denn man weis ja, wenn man das Profil vorher genau studiert hat, dass es nach der Umrundung der Löwenburg über 3 KM lang nur runter geht. Es ist haargenau der gleiche Weg wie der brutale Anstieg von KM 5,5 bis 8,5 KM nur jetzt in der entgegengesetzter Richtung. Das läuft gut. Die KM Zeiten sind nun deutlich unter 5min/KM. Aber das geht nicht immer so. Bei KM 18 hat der Spaß ein Ende. Es folgt jetzt ein ständiges auf und ab bis ca. KM32. Kurz nach KM18 kommt die Verpflegungsstation 4 und die Überquerung der Bundesstraße L144. Hier fängt der neue Abschnitt der Strecke an. Es geht über KM 19 und 20 zum Ortsrand von Himberg. Wieder rein in den Wald kommt ein ganz fieser Aufstieg bis zur Halbmarathonmarke. Das ständige auf und ab hat die Beine jetzt sehr müde gemacht und erste Zweifel kommen, ob der 2. Streckenabschnitt den überhaupt noch zu schaffen ist. KM21 ist erreicht, was für ein Aufstieg. Ich bin fix und alle. Hier muß man sich jetzt wirklich nicht für eine 6'er KM Zeit schämen. Die HM Marke kommt. Ich bin bei 1:41:14. Damit bin ich mehr als zufrieden. Ein Glück kommt eine scharfe Abzweigung nach rechts und dahinter geht es wieder runter. Mehr Aufstieg wäre jetzt auch nicht mehr gegangen. Ich erhole mich wieder ein bischen und schon geht es auch wieder rauf. Man kann leider kein Ende des Anstieges erkennen. Jetzt blos nicht schlappmachen. Es muß doch bald wieder runter gehen. Ja ! Da die Strecke biegt ab nach links, und ist erst mal halbwegs eben, und gleich drauf ganz brutal wieder runter. Jetzt wird es doch mal Zeit für den Gel-Pack. Mal sehen, was da so bringt. Ab bevor ich den Pack aus der Rückentasche rausgefummelt habe, kommt auch schon die Verpflegungsstation 4 bei KM 24. Mist, zu spät. Was nun ? Egal rein mit dem Zeug auch ohne Wasser. Über KM 25 und 26 wird nun der Leyberg umrundet. Ich fühle mich immer noch halbwegs gut. Ich vergleiche mit dem vor 7 Wochen gelaufenen Saarbrücken Marathon und bin der Meinung dass es diesmal echt besser aussieht. Ich habe ja auch wesentlich mehr trainieren können. Nie wieder wollte ich Gehpausen einlegen. Das hatte ich aus Saarbrücken mitgenommen. Bereits im Training habe ich mir immer wieder auf den letzten Intervallstücken laut zugerufen "keine Gepausen, keine Gepausen". Schon ganz schön verrückt oder ? Aber wenn es hilft, da soll mir's recht sein. Ab KM27 wird es noch mal sehr heftig. Aber dann ist es geschaft die Verpflegungsstation 6 ist da und ich kann endlich das Gel mit Wasser in meinem Magen vermischen. Wahrscheinlich eh' zu spät. Aber trotzdem habe ich das Gefühl das es mir plötzlich besser geht. Es ist irgendwie neue Energie da. Was für ein Wunderzeug, oder doch nur Voodoo-Zauber. Wie auch immer. Ich habe das Gefühl, es hat mir geholfen. Weiter geht es. Immer noch 14 KM zu laufen. Ich überhole den ersten Läufer der geht. Er hat zwei Becher mit Getränke in der Hand. Sofort schießt mir mein negatives Gehpausen Erlebnis aus Saarbrücken in den Kopf. Ich rufe Ihm zu : "los weiter, nicht gehen". Er meint nur : "ich mach mal ne kurze Pause". "Nein", sage ich "weiter, das ist der Anfang vom Ende, du kommst nicht mehr richtig in Tritt". Naja, da kann ich Ihm wohl nicht helfen. Ich laufe weiter um komme immer näher an die 30KM Marke. Da war doch noch irgendwann eine ganz üble Steigung. Wann kam die denn ? Bei KM 36 ? Nee, ab KM 36 soll doch das schlimmste vorbei sein. Ich weis es nicht mehr. Mein Plan, den ich mir vorher mit Edding auf den Arm geschmiert habe, ist leider nicht mehr lesbar. Aber da war noch ein ganz böses Stück vor mir. Also Kräfte schonen für den letzten Aufstieg. Das KM 30 Schild ist zu sehen. Ich habe 2:25:22 auf der Uhr stehen. Wenn ich jetzt ein 5'er Schnitt laufe, dann schaffe ich eine Zeit unter 3:30. Aber das muß man erst mal schaffen. Es kommt noch der Anstieg, und evtl. auch noch wie so oft der Einbruch. Ich schließe auf eine Läuferin auf. Wir kommen ein bischen ins Gespräch. Aber irgendwann überhole ich sie und schließe auf ein Strecken Fahrrad mit dem Schild "erste Frau" auf. Ich habe also alle Frauen hinter mir gelassen. Wahnsinn, hoffentlich kann ich das durchhalten. Weiter geht es fast eben. Jetzt nochmal ein schönes Stück abwärts. KM 32 kommt. Noch 10 KM. Wie lange sind 10KM ? Mal überlegen. Die mittlere Trainingsrunde, sollte eigentlich in 50min locker erledigt sein. Aber gefühlt sind das bestimmt 20KM ! Was einem da alles durch den Kopf geht. Inzwischen steigt die Strecke wieder an. Und wie ! Das wird die letzte lange Steigung sein. Wieder ein Läufer, der ab und zu geht. Hoffentlich passiert mir das nicht auch. Aber nicht heute ! Nein, das ist mein letzter Lauf für 2008. Ich muß hier einen versöhnlichen Abschluß erreichen. Zähne zusammen beißen. Das wär ja noch schöner. Versorgungspunkt 7 kommt. Jetzt wähle ich Cola. Ja Cola, wie in Saarbrücken. Ich trink normal gar kein Cola. Aber in der Verzweifelung tut man alles um irgendwie wieder zu Kräften zu kommen. Bei dem Versorgungspunkt brennt ein Feuer. Für was ist das eigentlich gut ? Für den heißen Tee ? Weiter geht es. Ich sehne das nächste KM Schild herbei. KM 34 kommt, ne 5:41. Ich hätte jetzt gedacht das wäre ne Zeit über 6min, so wie ich daher schleiche. Aber immer noch 8 KM. Bei 36 soll doch das mit den Steigungen ein Ende haben. Also sind es doch nur noch 2KM, der Rest geht dann von alleine. Hoffe ich zumindestens. Wieder ein Läufer am gehen. Ich versuche ihn zum laufen zu bewegen. Keine Chance, er jammert "ich kann nicht mehr". Ich kann eigentlich auch nicht mehr, aber das lasse ich mir jetzt nicht mehr vom Brot nehmen. Es kann nicht mehr lange sein, dann ist die Steigung vorbei. Ich trabe weiter den Weg hoch. Zuschauer feuern mich an :"das sieht gut aus", "es ist nicht mehr weit". Ich rufe zurück : "habt ihr eine Ahnung, das sieht überhaupt nicht gut aus". Aber plötzlich wie aus heiterem Himmel wird der Weg eben. KM 35 kommt. Wie ? War es das schon ? Nein, da kommt noch was. Es geht weiter eben, KM 36 kommt. Das kann nicht sein. Da kommt bestimmt noch was. Es geht sogar runter. KM37 bei einer 4:28 ! Noch 5 KM. Das schaffe ich ja jetzt wohl ! Die aktuelle Zeit steht bei 3:01:48. Ich bin voll im Soll. Die letzte Versorgungsstation kommt, ich nehme Cola und frage ungläubig : "kommt da noch ne Steigung", "nee,da kommt nix mehr" ist die Antwort. Ds glaube ich einfach nicht. Da war doch noch so ein kleiner aber steiler Anstieg im Höhenprofil. Es geht weiter, beflügelt durch das Gefälle und das Ziel vor Augen laufe ich auf KM39 ne 4:14 ! Jetzt doch nochmal ein kleiner Anstieg, aber das muß es dann sein. Ich kann schon den Ort sehen. KM40 kommt. Ich bin alleine auf der Straße unterwegs. Ja bin ich dann überhaupt noch richtig hier ? Das Ortsschild von Aegidienberg ist zu sehen. KM41 kommt. Auf jetzt auch wenn alles weh tut. Jetzt das letzte rausholen. Der Lauf durch Aegidienberg in Richtung Bürgerhaus ist ein wahrer Triumpfzug. Vergessen sind die Qualen, die Anstiege. Da vorne ist die Abzweigung zu Bürgerhaus. KM42 Schild kommt. Die Uhr zeigt 3:23:59. Ja geht da vielleicht sogar ne Sub 3:25 ? Ich gebe alles. Rein ins Bürgerhaus. Die Uhr zeigt unter 3:25. Ich sause durch den Zielbogen. Ich hab‘s geschafft. Was für ein Lauf. Keine Gehpausen. Irgendwie hat alles gepasst. Meine Uhr zeigt jetzt zwar eine 3:25:08 an, aber das stört mich jetzt nicht. Erstmal mit allem vollstopfen was an essbaren Dingen im Zielauslauf bereit steht. Geschafft ! Ich kann‘s nicht glauben. Was für ein Tag ! Wieder zu Kräften gekommen höre ich jemand : "na, Saarbrücken Trauma gut überstanden ?" Nein, das gibt es doch gar nicht. Der Typ von KM33 aus Saarbrücken (siehe Bericht Saarbrücken Marathon). Ich fasse es nicht. Die Welt ist so klein. Aber diesmal gibt‘s ja kein Trauma. Alles richtig gemacht. Ne top Zeit gelaufen für dieses anspruchsvolle Profil. Wir plaudern noch, aber so langsam wird mir kalt und ich fange an zu bibbern. Ich kämpfe mich nach oben zu den Taschen durch. Da kommt auch schon Gabi die Treppen hoch. Sie strahlt vor lauter Freude. Sie ist eine 3:45:53 gelaufen. Das ist ja nun wirklich ne absolute top Zeit !
Jetzt erst mal zum duschen gehen. Dummerweise sind die Duschen ewig weit weg vom Bürgerhaus. Das ist der wirklich einzige, winzige kleine Kritikpunkt, dieser sonst rundum perfekten Veranstaltung. Jetzt noch die Siegerehrung. Denn Gabi hat es mit Ihrer super Leistung auf Platz 3 in der AK35 geschafft. Das gönne ich Ihr wirklich. Vor allem nachdem Sie mir erzählt hat, wie Sie Ihre Trainingszeit eingeteilt hat, welche Sie dafür mühselig von der restlichen freien Tageszeit abgeknapst. Dann noch jeweils Sonntags den langen Lauf bereits morgens um 6.15 Uhr startet. Da geht es mir wesentlich besser.
Doch bevor es losgeht mit der Siegerehrung wird noch von dem hier ansässigen Karnevalsverein ein schwungvoller Tanz geboten. Obwohl das normalerweise nicht so mein Fall ist, muß ich ganz ehrlich sagen, die waren gut ! Nun endlich die Siegerehrung. Der schnellste Mann brauchte 2:45:09 und die schnellste Frau 3:28:39 (genau die Frau welche ich bei KM 30,5 überholt hatte). Dann war es endlich soweit. Gabi auf dem Treppchen in der AK35. Glückwunsch zur super Leistung.
Die Veranstaltung geht so langsam dem Ende zu. Wir machen uns auf den Weg nach Hause. In Kriftel bei Gabi zu Hause gibt es noch selbstgebackenen Schokoladenkuchen und Milchkaffee. Jetzt können wir ja wieder voll zuschlagen. Sehr lecker.
Wir sind uns beide einig, dass dies eine super schöne Laufveranstaltung gewesen ist, es war einfach alles perfekt. Das war jetzt für jeden von uns ein schöner Abschluß für 2008.
Für mich persönlich war es mein bisher schönstes Lauferlebnis.

Sonntag, 26. Oktober 2008

3.Peugeot Marathon Saarbrücken

Zuerst die Frage fürs Läuferforum :
Kann ich ohne große Vorbereitung und einer fast ausgestandenen 4 wöchentlichen Erkältung ohne Fieber einen Marathon laufen.Ich habe den Rest des Jahres über immer fleißig trainiert und bin schon 3 Marathons gelaufen.

Die Antwort lautet :Ja, aber..........................

Jetzt der Reihe nach.Nach dem Darmstadt Marathon hatte ich 7 Wochen Zeit um mich auf den Saarbrücken Marathon vorzubereiten. Allerdings lief alles anders als geplant.
1. Woche nach dem Marathon, Achilles Sehne macht Probleme. Nur 22KM gelaufen
2. Woche es geht wieder langsam 63km gelaufen
3. Woche leicht erkältet 60km gelaufen
4. Woche leicht erkältet 58km gelaufen
5. Woche Erkältung wird schlimmer gerade mal 10km gejoggt
6. Woche nichts geht mehr Erkältungs Pause
7. Woche gerade mal 27km ganz locker gelaufen - Sonntags Marathon

In dieser Zeit waren gerade mal zwei Läufe mit 25km und 2 Tempoläufe, der Rest nur Dauerlauf und Jogging.


Ich bin dann am Samstag nochmal 30min mit leichten Steigerungen gejoggt. Da hab ich schon gemerkt das wird hart.Habe noch geduscht, die Sachen gepackt und ab nach Saarbrücken.Um 17:30 Uhr war ich im Hotel. Schönes Ding. Nix dolles, aber für mich optimal. Lauschiger Frühstücksraum und Chef und Chefin kümmern sich persönlich um dich. Habe gleich mal für Sonntag das Frühstück auf 7 Uhr angefragt. (normal ist 8 Uhr). Und na klar, kein Problem. Bin dann gleich mal losgegangen Richtung Schloss, die Startunterlagen abholen. Mußte mich beeilen, denn um 19 Uhr war dort schon zu. Ganz schön weiter Weg dorthin, schlecht für morgen früh, wenn man schon mal fast 2km zu Fuß geht das klaut schon mal was von der Ausdauer. War dann endlich im Schloss, Unterlagen geholt und dann hab ich gefragt wo denn genau der Start ist. Ein sehr netter Saarländer hat sich sofort eingemischt und gesagt : ich komm mit dir, ich zeig dir alles. Super freundlich die Leute dort. Der Mann (60 Jahre alt, wollte den Halbmarathon laufen) zeigt mir den Startbereich, die Läuferbeutel abgabe, die Pastaparty und die Fitness Company wo sich die Duschen für morgen befinden. Ich bin dann in das Minizelt für die Pasta Party gegangen, der nette Saarländer hat sich verabschiedet. In dem Zelt haben sich ca. 15 Leute verloren. Ich habe 250 gramm Spaghetti, Tomatensoße, Salat und alkoholfrei Weizen bestellt für nicht mal 10 Euro.Top.Habe dann angefangen zu essen, da kam der nette Saarländer wieder und setzte sich zu mir. Da fing er an zu plaudern vom New York Marathon letztes Jahr usw. War sehr nett alles.Nach dem Essen ging ich durch die Innenstadt zurück zum Hotel. Saarbrücken ist sehr schön im Innenstadtbereich. Wirklich wahr.Im Hotel dann nochmal gurgeln für den Hals. Die Strapazen von Anreise, rumlaufen haben mich doch ganz schön fertig gemacht. Ich bin platt und habe schon erste Bedenken wegen dem Lauf. Ich gehe sehr früh schlafen.
Sonntag früh dank Winterzeit um 6 Uhr aufgewacht. Hals ist ok, kein kratzen. Na immerhin. Nochmal schön gegurgelt. Und schon mal langsam die Sachen für den Lauf zusammengestellt. Ich nehme den Läuferbeutel und muß ja mal lachen. Der Läuferbeutel ist eine Einkaufstüte vom Runnerspoint wo oben mit Edding meine Startnummer draufsteht. Was ist das denn ????Zum Glück hatte ich mein Läuferbeutel vom Mainz Marathon (aus Stoff) dabei. Da geht wenigstens was rein und man kann den Beutel oben zubinden und an einer Schlaufe über den Rücken tragen. Habe dann aus meinem erste Hilfe Set für Läufer das breite Tape genommen Startnummer mit Edding draufgeschreiben und auf den Beutel geklebt.Punkt 7 Uhr lecker Frühstück. Müsli, selbstgemachte Marmelade alles da. Super. Für 35 Euro. Geschenkt. Ich haue richtig rein. Eigentlich nicht gut, aber es war so lecker..........So langsam werde ich nervös, bald wird es ernst. Ich packe alles rein in den Läuferbeutel, packe meine restlichen anderen Sachen. Gehe nochmal die Strecke auf dem Plan durch, überlege mir eine Renntaktik. Langsam beginnen und dann mal schauen wie's läuft. Ich habe bis jetzt noch keine Ahnung wie sich der Trainingsrückstand und die Erkältung auswirken wird. Wann wird der Hammer zuschlagen ? Wie immer bei ca 36 km oder diesmal früher. Oder gar nicht wenn ich langsam durchlaufe. Wir werden sehen. Auf alle Fälle mein bisher schwierigster Lauf und überhaupt nicht auszumachen wie ich konditionell mit allem fertig werde.Habe mich trotz der Kälte für kurze Hosen, kurzes Laufshirt, breites Strinband (deckt Ohren ab) entschieden. Darüber habe ich eine uralt Adidas Handball Trainingsjacke von meinem Vater für das Warten auf den Start im Läuferblock.Ich mache mich auf den Weg zum Start. Läuferbeutel noch abgeben, und da treffe ich ihn wieder, den netten Saarländer. Wir plaudern nochmal kurz und wünschen uns beiden viel Glück und einen schönen Lauf.Rein gehts in den Starterblock. Irgendwie ist hier alles anders. Keine Marathonmesse, kein einziger Verkaufsstand von Sportkram, keine T-Shirts vom Lauf. Seltsam. Aber ich bin ja auch im Saarland. Und wer braucht diesen Kram schon.Irgendsoein hohes Tier von Saarbrücken zählt über die Lautsprecher den Countdown runter. Peng, es geht los.Direkt an der Saar entlang auf einem etwas größeren Radweg. Nach ca. 1,5km schmeiße ich die alte TV Erfelden Trainings Jacke von meinem Vater einem verdutzen Zuschauer entgegen. "da, schenk ich dir......."Die ersten KM Zeiten sind nicht schlecht. Alle samt um die 4:37 rum. Da ist ok. Das würde auf eine theoretische Endzeit von 3:15 rauslaufen. (Man darf ja mal träumen............) Mir ist klar, dass ich das nicht halten kann. Wir kommen nun zur ersten Saarüberquerung. Rauf auf die Brücke, das kostet Kraft. Runter gehts wie von selbst. Hier komme ich endlich mal wieder auf einen Puls von 150. Überhaupt ist der Puls für meinen Geschmack viel zu hoch. Mehr als 10 Schläge gegenüber voll trainierter Form. Jetzt geht es auf der anderen Saarseite weiter. Keine Zuschauer. Langweilig. Wir kommen auf die nächste Saarüberquerung wieder Brücke rauf. Jetzt geht das noch, aber bei der 3 oder 4 Runde wird das zum knallharten Prüfstein. Weiter geht es auf der Innenstadt Seite an der Saar entlang. Endlich, die Innenstadt und damit Zuschauer. Ca. 1 Km geht es durch die Fußgängerzone, Stimmung, ja das ist gut. Ich fühle mich noch gut. Die 10KM Markierung kommt. 46 Minuten. Nicht schlecht. Mal schauen wie es weiter geht. Es geht in die 2. Runde. Gleiche Strecke :-( Ich stelle fest, dass es an keinem Verpflegungsstand ISO Getränke gibt. Nur Wasser und Cola. Bananenstücke. Toll, da muß ich essen und Cola trinken. Da liegt mir nicht. Da bekomme ich immer Seitenstechen. Da ich immer an den Verpflegungsständen vergeblich die Iso Getränke gesucht habe, habe ich somit auch nichts getrunken.....ein schlimmer Fehler. Aber ab der 2. Runde werde ich trinken. Cola und Wasser im Wechsel. Was bleibt mir anderes übrig. Und Bananenstücke werde ich auch essen. Naja es klappt nicht immer mit der Nahrungsaufnahme, da die Stände ganz schön belagert sind und ich es gewohnt bin, nicht das Tempo zu drosseln wegen Verpflegung.Die zweite Runde geht so langsam dem Ende entgegen. Ich merke auch schon dass ich nicht mehr so fit bin. Die Halbmarathonies verlassen die Strecke, ich habe nochmal 2 Runden vor mir. Das wird knallhart denke ich mir. Meine Halbmarathonzeit : 1:37,01 viel zu schnell. Aber es geht ja noch. Ich laufe nun fast einsam an der Saar entlang. Die Pacemakergruppe mit dem Ballon 3:15 enteilt mir ein wenig. Anfangs versuche ich noch mitzugehen. Aber vergebens. Die Zeit kannst du abhacken. Es kommt wieder die Brücke. Oh je, was für ein Hammer. Sogar das runterlaufen fällt nicht mehr leicht. Weiter auf der anderen Saarseite. Es fägnt nun an weh zu tun. Der Trainingsrückstand macht sich gnadenlos bemerkbar. Ich versuche ein wenig das Tempo rauszunehmen um so besser über die Runden zu kommen. Aber das muß ich gar nicht tun, denn ich werde schon von alleine langsamer.........KM um Kilometer werde ich langsamer. Da ist es passiert, bei KM 29 überschreite ich zum ersten Mal die psychologisch wichtige 5:00min/km. Mir ist klar, der Einbruch kommt heute viel früher als sonst. Jetzt wird es sehr schwer. Ich werde immer langsamer. Die 3. Runde durch die Innenstadt baut auch nicht mehr auf. Jetzt die letzte Runde. Ich brauche nun fast 5 1/2 Minuten auf den Kilometer. Bei KM 33 überhole ich einen der schon eine Gehpause einlegt. Ich rufe ihm zu: "los weiter, noch 9 KM". Er sagt: "ich kann nicht mehr". Ich rufe zurück : "Auf ! ich bin auch total im Arsch, jetzt reis dich zusammen und laufe weiter. Wir müssen das jetzt irgendwie durchstehen". Und tatsächlich er rappelt sich auf bedankt sich bei mir und läuft wieder. Allerdings ein paar hundert Meter weiter geht er bereits wieder. Wieder diese Brücke, das macht mich total kaputt. Anderes Saarufer. Keine Zuschauer mehr. Trostlos. KM 34, KM 35, KM 36. Mann noch 6 KM. Das ist wie meine Mini Runde auf dem Kühkopf. Ich kann einfach nicht mehr. Ich mache eine kleine Gehpause. Ach ist das schön. Sofort entspannt sich das Gesicht und man lächelt wieder. Läufer überholen mich, und das kratzt mich nicht die Spur. Ich bin unzufrieden mit mir, wäre ich doch ganz konsequent langsamer losgelaufen. Aber das ist mein Rhythmus, da kann man doch nicht anders. Ich versuche wieder zu laufen. Aua, das tut ja richtig weh. Nach ein paar hundert Metern gebe ich wieder auf und gehe wieder. So geht da jetzt immer weiter. Plötzlich kommt einer vorbei und ruft. Los komm weiter, da hinten gibt's Cola. Das hilft. Cola ? Toll ! Das war übrigens der Typ vom KM 33, wie peinlich.......Ich laufe wieder, und da kommt die Cola auch. Ich greife noch nach einer Banane und erwische diese nicht richtig. Ich bleibe stehen, was für ein Fehler. Ich gehe wieder. Mann noch 3km das darf doch nicht war sein. Es geht nix mehr. Die Beine, alles ist so schwer. Die 3:30 Pacemaker sind auch schon weg, was für eine Scheiße. Aber die letzte Runde durch die Innenstadt gebe ich mir das nicht, das wäre ja peinlich. Ich sage mir, wenn der nächste Läufer kommt hänge ich mich dran und laufe bis ins Ziel. Es kommt eine Läuferin, ich hänge mich dran und es geht wieder ich habe neue Kraft gesammelt. Nicht schnell aber ich laufe. Jetzt nicht mehr stehenbleiben. Ich überhole sogar eine Gruppe und rufe Ihnen zu : Auf, ist nicht mehr weit, gleich ist es geschafft !! Die Antwort : Nein, wir müssen noch eine Runde............Oh die Ärmsten, das ist ja hart. Es geht rauf in die Innenstadt. Noch einmal Stimmung. Es läuft wieder. Die Zeiten um die 5:25/km damit kann ich jetzt ja locker leben. Ich muß mir ja nix mehr beweisen, nach den ganzen Umständen der letzten Wochen. Das Ding ist eh gelaufen. Will nur noch fertig werden. Es geht tatsächlich wieder bis ins Ziel. Bei 3:36,06 bin ich da. Mein schlechtester Marathon, und gleichzeitig mein schwierigster. Ich kann die Zielatmosphäre gar nicht richtig geniesen, denn ich habe ja "Gehpausen" gemacht. Sowas peinliches, aber in Anbetracht der Umstände wohl doch noch ganz gut. Ich treffe den Typ von KM 33 und wir trinken noch ein alkfreies Bierchen und plaudern über "Gehpausen". Ich nehme noch den kostenlosen Physio Service in Anspruch und lasse meine Beine massieren. Aber angenehm ist das nicht direkt, die Muskeln sind viel zu verhärtet so kurz nach dem Lauf. Ab in die Fitness Company zum Duschen. Tolle duschen. Schön warm. Ich will gar nicht mehr raus. Aber irgendwann muß man ja doch mal gehen.Ich gehe zum letzten mal durch die Saarbrücker Innenstadt zum Auto. Im nachhinein betrachtet war es eine Erfahrung wert, quasi ohne Training und halb überstandener Erkältung sowas durchzuziehen. Das nächste Mal hänge ich mich dann aber gleich vom Start weg an die 3:30 Pacemaker dran. Dann wäre das wohl alles ohne Gehpausen gegangen.